Alpentour - Südtirol & Dolomiten Drucken
Montag, den 20. August 2007 um 17:11 Uhr
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Alpentour - Südtirol & Dolomiten
Donnerstag, 19.07.
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Sella

Der LKW ist endlich startklar für unsere erste Probetour! Für 10 Tage geht es in die Dolomiten und nach Südtirol.

Wir wollen Erfahrungen Sammeln. Unsere Route ist gespickt mit einer vielzahl von Pässen, die es zu bezwingen gilt. Der Wohnkoffer ist provisorisch ausgebaut. Raumaufteilung und Technik sollen ebenfalls erprobt werden. Verbesserungen werden in den Endausbau einfließen - dazu wird nach den Probetouren alles wieder herausgerissen.

Doch nun geht es erst mal auf die Strasse. Viel Spass beim lesen!

zum Lesen des Reiseberichts auf "weiter..." klicken!

Mittwoch, 18.07.2007

Die letzte Nacht mussten wir auf der Strasse schlafen. Im LKW. Unser Schlafzimmer ist quasi auf die Strasse gewandert, denn Lattenrost und Matratze befinden sind seit gestern im LKW. Immerhin nächtigen wir damit genauso komfortabel wie zu Hause.
Es ist bereits 16:00 Uhr bis alles eingeladen und abreise fertig ist. Endlich, jetzt geht's los! Mit einer Verspätung von vier Tagen befinden wir uns nun auf der A5 Richtung Süden. Auf der Autobahn verflogt mich der Stress der letzten Tage. Wir sind mit dem Testausbau des Wohnkoffers nicht soweit gekommen, wie ich es gerne gehabt hätte. Ich realisiere noch nicht, dass wir losgefahren sind. In meinem Kopf drehen sich lauter Dinge - Dinge, die wir nicht fertig bekommen haben. Aber das ist jetzt egal. Wir haben gut 6h Autobahn vor uns. Genug Zeit um langsam anzukommen. Irgenwie eine unpassende Redensart, wir sind ja gerade erst losgefahren.

Eigentlich wollten wir schon lange in den Alpen sein. Munter Pässe rauf und runter brummen. Ich kann froh sein, dass Esther eine Engelsgeduld hat. Eine zickende Freundin, die ständig fragt wann es endlich losgeht und mir dabei zuschaut, wie ich ölverschmiert unterm LKW herumkrieche? Nein, das würde nicht passen für diese Art von Reisen. Um ehrlich zu sein wissen wir aber beide nicht, was es heißt mit einem LKWDie ersten Berge zu reisen. Obendrein noch einer, der mit Baujahr 1975 nur ein Jahr jünger ist als ich. Zudem gehöre ich nicht zu den Kampfschraubern, die sich nahezu freuen, wenn irgendwas am Vehicle den Geist aufgibt. Im Gegenteil. Mir wäre es recht, wenn diese Reise ohne große Pannen abläuft. Wir haben nicht mal ein Reserverad dabei. Die Reifen sind 20 Jahre alt. Mut zur Lücke, Dummheit oder Leichtsinn. Richtig wohl ist mir dabei nicht. Die ersten Berge

Doch der Motor schnurrt sein Liedchen. Nun ja, es ist wohl eher das Trommeln einer Polka. Nach wenigen Kilometern und verzweifelten Versuchen sich bei bei wahnsinnigen 80km/h zu unterhalten, stecken nun bunte Stöpsel in unseren Ohren. Nicht umsonst heißt es, der Magirus sei lärmgekühlt. Interessanterweise können wir uns nun besser verstehen, scheinbar werden die Frequenzen des Getöses stärker gedämmt als unsere Sprache.

Mit einem phantastischen Schnitt von 75km/h erreichen wir kurz vor Mitternacht Wolfratshausen am Starnberger See. Wir übernachten im Industriegebiet vor der Halle von Hans, einer Internetbekanntschaft aus dem Allrad-LKW-Forum.




Donnerstag, 19.07.2007

Wir verbringen fast den ganzen Tag damit, letzte Notwendigkeiten für die Reise zu basteln. Mehrfach pendeln wir mit dem Rad zwischen einem nahe gelegenen Baumarkt. Am zweiten Tank fehlen die Spritleitungen, die Abwasserleitungen unter dem Auto baumeln noch wild in der Gegend rum und die Anschlüsse der Duscharmatur sind einfach nicht dicht zu bekommen.

Alpenauslaeufer Viele Stunden vergehen und Hans fragt uns, ob wir unseren Urlaub im Wolfratshausener Industriegebiet verbringen wollen. Nein, wollen wir nicht. Wir tanken noch 160 Liter Frischwasser in unsere provisorischen Äppelwoi-Fässer und begeben uns gegen 17:00 Uhr wieder auf die Straße.

Unser nächstes Ziel lautet Samnaun. Das liegt in einem engen schweizer Tal und kann nur über Österreich mit dem Fahrzeug erreicht werden. Auf Grund dieser Lage ist Samnaun ein Zollausschlußgebiet. Wir hoffen auf günstige Dieselpreise.

Kurz vor der Grenze nach Österreich besorgen wir uns die Go-Box. An der Windschutzscheibe klebend wird uns das keine gelbe Kästchen regelmäßig piepend signalisieren, dass wir ein paar Cent ärmer sind. In Österreich muss auf vielen Straßen ab einem Fahrzeuggewicht von 3,5to Maut gezahlt werden.

Daemmerung Es fängt bereits an zu dämmern und wir entscheiden uns noch vor der Auffahrt nach Samnaun einen Stellplatz für die Nacht zu suchen. Kurz hinter Prutz entdecken wir einen Schotterweg, der uns direkt an den Inn führt. Ein wunderschöner Platz für die Nacht.
Im Nachbartal ziehen Gewitter auf, doch bei uns bleibt es trocken und in der Abenddämmerung beobachten wir fasziniert das Aufleuchten der Wolken, in denen munter Blitze zucken.




Freitag, 20.07.2007

Der erste Morgen in den AlpenFrühstück am Inn Der Morgen begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein! Wir nutzen unseren tollen Stellplatz und frühstücken ausgiebig. Anschließend ist wieder basteln angsagt: Ich klettere aufs Dach um unsere Wetterstation zu installieren. Esther nutzt die Zeit und weiht die Außendusche ein - ich habe bereits in der eiskalten Inn geplanscht. Beim Hantieren in 3,30m Höhe passiert mir plötzlich ein Malheur: Versehentlich stoße ich die Eisenstange vom Dach, an der ich den Windmesser befestigen wollte. Ein Schraubenschlüssel beschließt ebenfalls den direkten Weg nach unten. Geschockt sehe ich wie die beiden Gegenstände nacheinander auf Esthers Kopf fliegen. Bling! Blong! Aua, das tat weh und mir unbeschreiblich Leid. Zum Glück ist Esther nichts ernsthaftes passiert.
Anmerkung: Im Nachhinein frag ich mich ohnehin, was ich mir bei der Idee gedacht habe, eine Wetterstation mit Wind- und Regenmesser zu kaufen. Zumindest während der Fahrt sind die damit aufgezeichneten Wert nur von geringem Nutzen.

ZapfsäuleSpass beim TankenKurz darauf schlängeln wir uns die kleine Zufahrtsstrasse nach Samnaun hoch. Dort angekommen bummeln wir ein wenig durch den kleinen Ort. Samnaun hat sich vollkommen auf den Zoll-Tourismus spezialisiert. Überall gibt es Schmuck, Mode, Schockolade und natürlich Kraftstoff.

Wir haben den Tipp bekommen zum Tanken bis ans Ende von Samnaun zu fahren. Dort finden wir schließlich auch die kleine Tankstelle, an der wir mit dem kostbaren Saft versorgt werden. 520 Liter bekommen wir in die Tanks. Das erste mal, dass ich für über 400€ tanke! Aber bei günstiger 79Cent pro Liter macht das Tanken dennoch Spass.

Reschensee500kg schwerer fahren wir über den Reschenpass zum Reschensee. Wir stoppen kurz an der berühmten Kirchturmspitze von Graun. Das ganze Dorf und ein Teil Reschens wurden 1950 zugunsten des Stausees zwangsenteignet, gesprengt und geflutet. Wir lassen dieses Drama hinter uns und biegen nach Osten ab, hinauf nach Melag. Die Straße ist eine Sackgasse, aber Hans gab uns den Tipp hier oben zu nächtigen. Wegen der Aussicht. Nach 15km endet die Straße mit einem Wendeplatz und uns offenbart sich tatsächlich ein herrlichen Blick auf den Weisskugel. Trotz einbrechender Dunkelheit lassen wir uns einen kleinen Ausflug mit dem Mountainbike nicht nehmen.

 




Samstag, 21.07.2007

 Weißkugel
Dreisprachen-Spitze
 Radtreff Stilfser Joch
 Dreisprachen-Spitze

Stilfser Joch

Nordost-Rampe In den Morgenstunden brechen wir zum zweithöchsten Pass der Alpen auf: Dem Stilfser Joch auf 2.757m. Nach den ersten paar Hügelfahrten, ist dies die erste richtige  Herausforderung für den LKW - und mich. Wie viele Männer behaupte auch ich ein guter Autofahrer zu sein, aber mit einem LKW auf Gebirgspässen bin ich bisher noch nicht unterwegs gewesen. Ich bin gespannt wie sich die Auffahrt gestaltet.
Doch der kurze Radstand und die Servolenkung lassen mich zügig Kehre um Kehre nehmen. Ohne Vollgas geben zu müssen, tuckern wir mit 30-40km/h immer höher. Ich bin zufrieden, hatte ich doch befürchtet ein schleichendes Ärgernis für andere Fahrzeuge zu sein. Doch diese bewegen sich hier auch kaum schneller vorwärts. Nur Motorfahrer ziehen regelmäßig an uns vorbei - oder fallen hinter mir um. In einer Kehre muss ich zurückschalten und komme fast zu stehen. Im Rückspiegel sehe ich, wie ein Biker mit seiner Maschine umfällt. Ist der mir jetzt hinten reingefahren? Bei 7,5to Lebendgewicht merkt man sowas nicht unbedingt. Ich halte an um die Sache zu klären. Dem Motorradfahrer ist nichts passiert, es ist ihm peinlich, er konnte das Gleichgewicht nicht mehr halten und ist einfach umgefallen.

Oben auf dem Pass angekommen boxt der Papst. Überall Souvenirstände und Würstchenbuden. Wie Ameisen tummeln sich Biker und Radfahrer, genießen die Aussicht und verschnaufen von der anstrengenden Auffahrt. Auch wir legen einen kurzen Stopp ein und erklimmen zu Fuß die letzten 100m zur Dreisprachenspitze.

Wir brummen auf die schweizer Seite, den weniger befahrenen und teilweise nur geschotterten Umbrailpass herunter. Es ist der höchste Autopass der Schweiz.
Während der Abfahrt leistet die Motorstaudruckbremse gute Dienste. Nur selten benutze ich zusätzlich die Betriebsbremse. Langsam bekomme ich ein Gefühl für die vielen Schalt- und Bremsvorgänge. Es macht Spass.

Auf unserem Weg Richtung Kaltern steuern wir mit unserem Dickschiff Meran an. Durch den Tipp eines Polizisten finden wir am Hauptbahnhof einen LKW-Parkplatz. Mit den Rädern erkunden wir für 2h die Stadt. Eigentlich wollte Esther shoppen, aber in Italien ist Samstags nach 14:00Uhr bereits Wochenende. Als Ersatz gönnen wir uns ein Eis am Kurpark.

Zur Abenddämmerung kommen wir am Kalterer See an. Er soll der wärmste Badesee der Alpen sein. Natürlich müssen wir das testen. Kurzentschlossen springen wir ins tatsächlich angenehm temperierte Nass.

Auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht finden wir ein geeignetes Plätzchen inmitten einer Apfelplantage.

Tipp:
Baden kann man im Kalterer See z.B. am Hotel „Seegarten“. Es gibt einen Mini-Strand für Kinder und eine gepflegte Liegewiese. Ab 18:30 ist das Bad offiziell geschlossen, aber der Eingang bleibt geöffnet, so dass man kostenlos baden kann.
Das nur 200m entfernte Restaurant „Keller am Keil“ lädt ein den Tag mit einem vollmundigen Rotwein ausklingen zu lassen. Das stilvoll restaurierte Weingut mit Innenhof bietet ausgesuchte Speisen der Region zu moderaten Preisen.

 

Stilfser Joch Meran

 

 

 

Stilfser Joch Panorama
 

 

 

 

 

 

 

Sonntag, 22.07.2007

070722-01.jpg
Passo Pordoi

MoenaAm Sonntag erreichen wir einen ebenfalls bekannten Pass: Das Pordoijoch, 2239m. Zusammen mit dem Grödnerjoch, Sellajoch und Campolongo-Sattel bilden sie eine Ringstaße um die Sella, ein platauförmiger, rund 3000m hoher Bergstock. Die höchste Erhebung ist der Piz Boé mit 3151m. Bis dort hinauf schaffen wir es an diesem Tag leider nicht, nehmen uns aber eine Bergtour für den nächsten Tag vor. Wir übernachten auf dem Parkplatz der Gondelstation.

Auf dem Weg zum Pordoijoch passierten wir den malerischen Ort Moena, der uns dazu animierte im nächsten Ort die Fahrräder abzuladen und auf einem schönen Radweg zurück nach Moena zu fahren. Der Ort ist bis Soragain die kleinsten Gassen restauriert und herausgepuzt. Wir schlemmen gemütlich eine Pizza, bevor es wieder auf die Piste geht.

Ab hier könnt Ihr unsere Reise auch auf der Karte verfolgen. Wir haben die Daten per GPS mitgeloggt.
Unter der Karte seht Ihr das Höhen- und Geschwindigkeitsprofil der Tagesetappe.

 

 

 

 

 



Geschwindigkeits- und Höhenprofil




Montag, 23.07.2007

SellabesteigungKlettersteig Am nächsten Morgen erklimmen wir auf Umwegen und groben Schotter nach 4,5h die Bergstation Rifugio Maria auf 2950m. Von hier oben blicken wir auf eine skurrile, graue, mondlandschaftähnliche Hochebene. Angedacht war, über einen der vielen Klettersteige das Platau zu erreichen. Am Steig angekommen, entdecken wir Leute im senkrecht nach oben führenden Fels. So verlockend es auch ist, ohne entsprechendes Equipment ist hier nichts zu wollen.
Im Nachhinein erfahren wir, dass es ausgerechnet einer der schwierigsten Klettersteige ist, der jemals angelegt wurde. Der untere Teil des Piazzetta Klettersteigs (Via ferrata Cesare Piazzetta) besteht aus einer 150m hohen senkrechten Wand der Schwierigkeitsstufe 5.

Unser Aufstieg über die Geröllfelder ist anstrengend genug. Oben angekommen genießen wir das Panorama, bevor wir uns anschließend den Abstieg bequemer machen und die Godel nehmen. Wobei dies für Esther eine durchaus größere Herausforderung darstellt als der Aufstieg: Höhenangst. Um später mit mir im Tandemgleitschirm zu fliegen eine gute Übung. Und siehe da, es ist gar nicht so schlimm. Ich glaube sogar es hat ihr Spaß gemacht. :)
SellaSella

 

Trotz einer Empfehlung verzichten wir darauf eine komplette Runde um die Sellagruppe zu fahren. Es ist schon früher Nachmittag und wir wollen noch ein Stück weiter kommen. So führt unser Weg weiter durch die Dolomiten. In Cortina dé Ampezzo wollen wir unseren Kühlschrank mit Gemüse & Obst füllen, müssen aber feststellen, dass dieses ansonsten recht hübsche Städtchen sehr LKW untauglich ist. Nachdem wir zweimal im Kreis gefahren sind, parken wir schließlich an der Hauptstrasse. Trotz 5min-Blitzeinkauf entdeckt uns die Motorrad-Carabineri. Wir geben klein bei und kommen mit einer mündlichen Verwarnung davon.  

 

Sellastock

Drei Zinnen Am Lago de Misurina finden wir an einem großen Naturreservart mit Wildpferden einen schönen Platz für die Nacht. Es ist der einzige Platz in Misurina, auf dem Wohnwagen über Nacht parken dürfen und so sind wir am späten Abend von ca. 40 weißen Plastikbombern umzingelt. Mit unserem eigenwilligen Design aus Feuer- und Bundeswehr, passen wir irgendwie nicht ins Bild der ansonsten weiß leuchtenden Wohnwagen-Ansammlung.

 

Misurina

 

 

 

 

 

 

 

Geschwindigkeits- und Höhenprofil


Dienstag, 24.07.2007

Unsere Alpentour führt uns weiter durch Südtirol und Österreich Richtung Großglockner. Zum ersten mal haben wir schlechtes Wetter, deshalb legen wir in Lienz einen Stopp ein. Es regnet Eimer. Wir verziehen uns im Container und warten das Gewitter ab. Das erste Provisorium fordert sein einkalkuliertes Tribut: Unsere Solarzellen sind mit sechs 12cm langen Schrauben einfach durchs Dach verschraubt. Später werden die Module mit Aluschienen und einem Spezialkleber auf dem Dach befestigt. Dafür hatten wir nicht rechtzeitig das Material. Nun tröpfelt es an den Löchern fröhlich in ein paar untergestellte Tassen.

Zeit für eine Zwischenbilanz zum Wohnkoffer:
Unser provisorischer Einbau scheint im Großen und Ganze richtig geplant zu sein. Wir kommen gut mit der Raumaufteilung zurecht. Stauraum haben wir mehr als genug, allerdings werden wir auf der Weltreise auch mehr Gepäck dabei haben.
Das Essenkochen ist dem Wok eine etwas wackelige Angelegenheit, denn wir haben nur einen kleinen Kartuschenkocher dabei. Der wird später durch eine ordentliche Kochgelegenheit ersetzt.
Das Bett ist bequem und mit 140cm Breite eigentlich schon dekadent groß. Wir überlegen die Liegefläche zugunsten eines kleinen Raumgewinns auf 120cm zu reduzieren.
Die Dusche und insbesondere der komplizierte 4-Fach-Ablauf funktionieren wunderprächtig. Kompliziert wird noch die finale Lösung der Duschabtrennung. Ob Türe, Falttüre, Schiebetür oder Rollo. Wir wissen es noch nicht. Momentan übernehmen zwei Duschvorhänge diese Aufgabe.

Am Abend hat sich der Regen verzogen und wir erkunden die Altstadt von Lienz. Dort findet gerade das 16. Internationale Strassentheater Festival OLALA statt und wir bekommen richtig was geboten. 

 Geschwindigkeits- und Höhenprofil




Mittwoch, 25.07.2007

Steiner Mandl
Garlitzenklamm
Garlitzenklamm

 

Garlitzenklamm

Garlitzenklamm

Gestern Regen, heute strahlender Sonnenschein. Es wird Zeit, dass der Gleitschirm unterm Bett hervorgezerrt wird! Mir wird empfohlen nicht zu spät zu Starten, da gegen Mittag ein starkes Talwindsystem einsetzt. Also starte ich recht früh am Tag vom Steiner Mandl. Ein reiner Abgleiter ins Tal. Keine Termik. Aber immerhin wieder mal in der Luft. Am Tristacher Waldsee lassen wir uns anschließend die Sonne auf den Pelz brennen. Der Natursee sorgt für die nötige Abkühlung. Vom See aus beobachte ich Gleitschirmflieger, die sich gut in der Luft halten können. Später erfahre ich, dass dies Teilnehmer der gerade stattfindenden X-Alps waren. Ein Gleitschirm-Contest der Extrahärte: Den gesamten Alpenkamm entlang. Sofern es geht, wir tagsüber im Gleitschirm geflogen und Nachts mit 20kg Gepäck gelaufen. 15 Tage brauchte der Sieger Alex Hofer. 600km war er dabei zu Fuss unterwegs, der zweit-plazierte sogar über 1000km. Respekt, aber für mich kein Grund neidisch zu werden.

Wir entscheiden uns für eine etwas weniger spektakuläre Aktivität, dem Klettersteig Galitzenklamm. Mit geliehener Ausrüstung hangeln wir uns am senkrechten Fels an einem Wasserfall vorbei. Für uns spannend genug.

 

 

 

 

 

 

 

 




Donnerstag, 26.07.2007

Heute wird ein spannendes Ereignis stattfinden. Wir haben für Esther einen Tandemflug organisiert. Ich bin genauso aufgeregt wie Esther, denn für unsere Weltreise ist geplant regelmäßig die Welt aus der Luft zu erkunden. Sollte sich nun herausstellen, dass Esther nicht "flugtauglich" ist, wird dies ein recht einseitiges Vergnügen. Zudem hat ein Tandempassagier alle Hände frei zum Filmen und Fotografieren. Spätestens mit Motor auf dem Rücken wird es für mich ziemlich kompliziert im Flug Aufnahmen zu machen.

So stehen wir nun also zu dritt auf dem Steiner Mandl. Martin der Tandempilot, Esther und ich. Martin sichert Esther routiniert im Gurtzeug und kurz danach rennen beide über den Hang und heben ab. Ich starte kurz nach ihnen. Eigentlich wollte ich die Beiden im Flug filmen - in der Luft stelle ich jedoch fest, das die Kamera weg ist! Shit. Es ist thermisch und ich habe glücklicherweise bereits Startplatzüberhöhung. Beim Überflug der Startwiese entdecke ich die Kamera im Gras und lande noch einmal Top. Alles noch heil, was ein Glück. Ich starte zum zweiten Mal. Esther und Martin sind wohl schon gelandet und so spiele ich ein wenig in der Thermik. 30min später klingelt das Handy, ob ich nicht mal runter kommen wolle. Na gut.

Am Landepunkt empfängt mich meine glückliche Freundin. Es hat ihr mächtig Spass gemacht und damit ist nun klar, dass ich mich um die Tandemausbildung kümmern kann und muss.

Martin ist ein netter Zeitgenosse und leiht uns sein Kanu, mit dem wir uns am Nachmittag auf der Drau verknügen. 2 Stunden Paddeln mit Wildwassereinlagen - ein Actionurlaub nach unserem Geschmack.

Nach nun drei Tag Aufenthalt im abwechslungsreichen Lienz brummen wir am Abend weiter. Die Großglockner Hochalpenstrasse ist nachts gesperrt und deshalb endet unserere Tagesetappe bereits nach 42km.

Lessons Learned: Ein Tag voller spannender Ereignissen und was fehlt? Bilder! Es ist gar nicht so leicht immer an die Kamera zu denken. Vor allem wenn wir gleichzeitig filmen. Wir nutzen jede Erfahrung und versuchen es beim nächsten Mal besser zu machen.  

 Geschwindigkeits- und Höhenprofil




Freitag, 27.07.2007

Pasterze

Wir erreichen den Parkplatz der Franz-Josef-Höhe. Eigentlich ein idealer Aussichtpunkt zum Großglockner, doch leider verwehren uns dicke Wolken den Blick auf Österreichs höchsten Gipfel. Wir entschließen uns trotz wechselhaften Wetter für eine Tour über den Gamsgrubenweg zur Oberwalderhütte (2973m). Der erste Abschnitt ist ein leicht ansteigender Wanderweg mit 7 Tunnel in denen eine Künstlerin visuell und akustisch Sagen und Geschichten über den Großglocknergletscher wiedergibt. Von unserem Weg aus hat man einen schönen Blick auf die Pasterze, wie der Gletscher genannt wird. Fraglich ist, wie lange diese imposanten Eismassen noch zu bewundern sind. In gerade mal 50 Jahren ist Österreichs größter Gletscher auf die Hälfte geschumpft. 

 

Gletscher Gletscher Großglockner Murmeltier

Nach gut zwei Stunden wird der Weg anspruchsvoller. Ein Schild empfiehlt nur erfahrenen Bergsteigern das Weitergehen. Zudem verschlechtert sich das Wetter. Doch wir wollen wenigstens bis zum Gletscheranfang. Das Eis anfassen. Den Gletscher fast zum Greifen nahe, gröllt der erste Donner durchs Tal und es beginnt zu regnen. Schluss mit lustig. Leichtsinnigerweise haben wir nicht einmal Regenschutz dabei. Schnellen Fußes flüchten wir zurück zur Franz-Josef-Höhe. Dort scheint kurz darauf wieder die Sonne. So ist das in den Bergen.
Wir verabschieden uns von den Murmeltieren und auch von den Alpen, denn von nun an geht es Heimwärts.

Geschwindigkeits- und Höhenprofil



Samstag, 28.07.2007

Ein gutes Stück sind wir seit gestern gefahren. In Konstanz treffen wir eine weitere Bekanntschaft aus dem Allrad-LKW-Forum, Carsten und seine Freundin Conny. Es ist Gold wert Leute kennen zu lernen, die sich lokal auskennen. Carsten zeigt uns ein gutes Restaurant auf der Insel Reichenau, wo wir lecker zu Abend essen. Anschließend erkunden wir zu viert die Altstadt. Es ist Weinmarkt und im Hafen sind zur Zeit wertvoll restaurierte, zum Teil sehr alte Segelboote zu bewundern.

 Krimmler Wasserfälle  Zwangsstop  Flexenpass  Flexenpass






Sonntag, 29.07.2007

Bodensee Bodensee Picknick  

Picknick Auf Empfehlung von Carsten besuchen wir das öffentliche Freibad Hörnle. Es ist zwar nicht hochsommerlich, aber wir picknicken dennoch gemütlich und ausgiebig direkt am Bodensee. Nachdem wir nun in so einigen Gebirgsbächen gebadet haben, hält uns der relativ kalte Bodensee nicht davon ab eine Runde zu schwimmen.
Erfrischt und gestärkt treten wir die 350km lange Heimreise nach Darmstadt an, wo wir gegen 20:00 ankommen.

In gut 12 Stunden müssen wir wieder arbeiten und der Alltag hat uns wieder. Doch wir sind glücklich unserer erste Tour erfolgreich bestritten zu haben. Sie hat uns gezeigt, dass Reisen mit dem LKW nicht nur Schrauben und unendlicher Planung besteht, sondern jederzeit begonnen werden kann.