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Die letzten zwei Wochen vor unserer geplanten Abreise zum 30.3. waren vollgestopft mit Dingen die es noch zu erledigen galt.

elektrovielfalt.jpgMit den Vorbereitungen sind wir weit hinter Plan, doch die Wohnung ist zum 31. März gekündigt, der Passat und viele andere Dinge bei eBay versteigert, einiges bei Verwandten in der Scheune eingelagert und zwei große Berge Sperrmüll abgeholt. Es gibt kein zurück.
Ursprünglich angedacht war ein frühzeitiges „Einwohnen“ im LKW. So hätten wir gesehen, was  noch fehlt oder verbessert werden kann. Unsere sieben Sachen hätten wir in Ruhe verstauen können. Stattdessen haben wir das Problem, dass von sieben Sachen nicht die Rede sein kann und sich in Wohnung und Keller allerlei Habseligkeiten befinden, die ohne es vorher testen zu können im Fahrzeug verstaut werden müssen. So stehen wir plötzlich mit unseren Hab und Gut wortwörtlich auf der Straße.
Hinzu kommt, dass wir unseren Innenausbau noch nicht abgeschlossen haben. Alles ist zwar fast fertig, aber eben nur fast. Man könnte auch sagen, nichts funktioniert! Wasser- und Stromversorgung, Gaskocher, Regale, Toilette, Sitzecke, Fussboden – überall fehlen noch einige Handgriffe.
hornbach.jpgAm Montag haben wir einen Termin bei Eberspächer in Esslingen und so stopfen wir in den LKW was rein geht und nachdem der zwar voll, der Keller aber immer noch nicht leer ist, kapitulierten wir in letzter Minute: Der Abfahrtstermin muss um eine Woche verschoben werden.
Was folgt ist basteln extrem – zunächst noch vor unserer ehemaligen Wohnung, später direkt auf dem Parkplatz vom Baumarkt oder auf abgelegenen Straßen.
Dabei können wir eine sehr schöne Erfahrung machen. Nachbarn, die man bisher nur lieb Grüße und eine Familie aus der Umgebung, die wir vor kurzem noch nicht mal kannten, laden uns mehrmals zum Essen ein, flexen uns sogar noch die Sandbleche in der Nacht vor dem Abreise Tag. So freuen wir uns besonders über diese Hilfe und Freunde in letzter Minute.

Acht Tage später fahren wir dann tatsächlich los. Zwar immer noch vollgestopft, aber mit funktionierendem Kühlschrank, Solaranlage, Heizung und provisorischer Beleuchtung ein wenig wohnlicher. Die Heizung ist auch Ziel unseres ersten Termins in Esslingen. Bei Ebersbächer optimieren wir zwei Tage lang unsere Luftheizung im Fahrerhaus und Wasserheizung im Koffer. Unser Hauptaugenmerk widmen wir den niedrigen Temperaturen der Wand- und Fußbodenheizung, sowie die Höhentauglichkeit über 5000m. Für mich ist es bereits der zweite Besuch bei Eberspächer und ein weiterer spannender Einblick in die Interna der Standheizungstechnik. Parallel kann Esther in Esslingen den Luxus eines Waschsalon nutzen, denn jetzt heißt es in der Regel: Handwäsche!

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solarkocher.jpgUnser nächster Stopp führt uns nach Altötting in der Nähe von München. Dort treffen wir uns mit Frau Wolferstetter von der e.g. Solar. Der gemeinnützige Verein unterstützt weltweit Menschen mit der Installation von Solarkocher. In unserem Gepäck befindet sich bereits ein solcher Kocher, den wir als Vorführgerät mitführen. Zusätzlich verstauen wir fünf Sätze Reflektorspiegel, mit denen wir weitere Solarkocher vor Ort bauen können. Die Gestelle für die Kocher können mit einfachen Mitteln selbst gebaut werden, die Spiegel werden industriell hergestellt und müssen mitgebracht werden. Weiteres zu den Solarkochern demnächst auf der Hilfsprojektseite.

 

 

Kiesgrube SalzburgNoch in Altötting bekommen wir einen Anruf von Goodyear Österreich, die gerne ein paar Fotos für die Presse von uns schießen möchten. Wir bestätigen den Termin und treffen uns am nächsten Tag in der Nähe von Salzburg mit dem Keyaccountmanager und einem Fotografen in einer Kiesgrube. Eine schöne Kulisse für unser kleines Fahrzeug – wir sind gespannt auf die Fotos!
Ein bisschen Spass beim Off-Roadfahren war inklusive, aber vor allem entdeckte ich dort etwas, was mich besonders interessiere: Eine LKW-Waage! Das letzte mal standen wir vor zwei Jahren auf einer Waage. Damals noch nackt, als reines Fahrgestell ohne Wohnkoffer bestätigte der Wiegeschein. 5,5to. Jetzt, mit Schneckenhaus und unzähligen Dingen beladen, habe ich so eine Vorahnung. Voller Spannung fahre ich auf die Waage und schaue auf die Anzeige: 8420kg. Das sind knapp 1000kg vom Wunschgewicht entfernt. Technisch sind wir  zwar nicht überladen, das Fahrgestell ist bis 12to ausgelegt, nur am Berg geht es etwas langsamer zu, aber wir haben ja Zeit.

Die Fotosession war vorerst unser letzter Termin. Goodyear Türkei hat zwar ebenfalls Interesse an einer Pressekonferenz geäußert, das Datum ist aber noch nicht fixiert. Damit fahren wir ohne großen Termindruck weiter – nach dem Stress der Vorbereitungen kann so langsam Urlaubsstimmung einkehren. Um dies zu unterstützen, wählen wir nicht die schnellste Route durch Österreich und bleiben einen Tag im Salzkammergut. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um 24° liegt in den Bergen noch meterweise Schnee. Wir erkundigen uns nach Möglichkeiten zum Gleitschirmfliegen und stellen uns einen romantischen Tandemflug im Schnee vor. Doch was für Skifahrer eine perfekte Tiefschneepiste darstellt, entpuppt sich zu unserem Leid als offizieller Startplatz. Mehrfach rutschen wir wie Pinguine mit dem Bauch über den Schnee, bevor uns der Start gelingt. Zur Belohnung bekommen wir einen schönen Frühjahrsflug in traumhafter Umgebung.

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Wir werden heute unsere Reise Richtung Slowenien/Kroatien fortsetzen und werden zum ersten mal mit Sprachdifferenzen auseinandergesetzt sein.