{"id":525,"date":"2009-04-18T14:15:19","date_gmt":"2009-04-18T14:15:19","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.project-asia.com\/index.php\/2009\/04\/18\/durch-den-balkan-in-die-trkei\/"},"modified":"2009-04-18T14:15:19","modified_gmt":"2009-04-18T14:15:19","slug":"durch-den-balkan-in-die-trkei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/2009\/04\/18\/durch-den-balkan-in-die-trkei\/","title":{"rendered":"Durch den Balkan in die T\u00fcrkei"},"content":{"rendered":"<p> <a rel=\"211\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/hohe_tauern.jpg\" title=\"Mehr Zeit als f&uuml;r ein Fotos aus dem Fenster bleibt nicht. Wir m&uuml;ssen weiter - der Orient ruft!\" class=\"jcebox\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\" alignright size-full wp-image-511\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_hohe_tauern.jpg\" alt=\"hohe_tauern.jpg\" height=\"195\" style=\"float: right; margin: 5px; width: 300px; height: 195px\" title=\"hohe_tauern.jpg\" \/><\/a>Wir befinden uns auf dem Weg aus &Ouml;sterreich Richtung Slowenien. Mit konstant 80km\/h auf den Autobahnen mache ich mir Gedanken &uuml;ber die n&auml;chsten Tage. &Ouml;sterreich ist f&uuml;r mich ein bekanntes Land, eine vertraute Umgebung. Schon oft war ich dort zum Gleitschirmfliegen. Vor &uuml;ber 20 Jahren war ich das letzte mal in den Balkanl&auml;ndern, damals noch Jugoslawien. Wie werden wir uns verst&auml;ndigen k&ouml;nnen? Wie werden die Stra&szlig;en aussehen und was kostet der Diesel? <br \/> In &Ouml;sterreich tanken wir noch einmal f&uuml;r 95 Cent pro Liter, doch die Tanks sind fast leer, in der Hoffnung auf g&uuml;nstigeren Sprit.  <\/p>\n<p> Das Niemandsland zwischen &Ouml;sterreich und Slowenien begr&uuml;&szlig;t uns mit einem kleinen Vorgeschmack auf uns bevorstehende Holperpisten. Doch zun&auml;chst kommen wir z&uuml;gig auf den kostenpflichtigen Autobahnen voran. Viel mehr als die paar Meter links und rechts der Stra&szlig;e sehen wir von Slowenien und den folgenden L&auml;ndern nicht. Wir wollen erst einmal &bdquo;Land gewinnen&ldquo;. Schon bald empf&auml;ngt uns Kroatien &ndash; mit einer &Uuml;berraschung: Die Autobahn-Maut f&uuml;r 80km bis Zagreb soll 96 kosten!? Das kann nicht sein, doch es ist wahr, aber keine Euro, sondern Kuna, die Landesw&auml;hrung in Kroatien.<br \/> Auch Serbien und Bulgarien haben ihre eigene W&auml;hrung und sp&auml;testens die sechs Schranken zwischen diesen beiden L&auml;ndern zeigen uns: Europ&auml;ische Union hei&szlig;t nicht gleich offene Grenzen und den Euro als Einheitsw&auml;hrung. Durch die Hektik in den letzten Tagen der Vorbereitungen, konnten wir uns wenig &uuml;ber die ersten L&auml;ndern unserer Route informieren, und so begegneten wir dem ersten Grenzbeamten noch mit einem naiven Achselzucken, was er denn von uns wolle.  <\/p>\n<p> <a rel=\"211\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/dieselpest.jpg\" title=\"Wir haben dir Dieselpest. Algen im Tank verstopfen den Vorfilter.\" class=\"jcebox\"><img decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-514\" width=\"150\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_dieselpest.jpg\" alt=\"Dieselpest\" height=\"112\" style=\"float: left; margin: 5px; width: 150px; height: 112px\" title=\"Dieselpest\" \/><\/a>Der Reifen rollt, der Motor brummt &ndash; und verlangt nach Diesel. Wir tanken wieder einmal. Da die Tankanzeige zur Zeit nur den Inhalt einer unserer beiden 300 Liter Tanks anzeigt, schaue ich obligatorisch mit der Taschenlampe in den Beh&auml;lter. Wunschgem&auml;&szlig; ist dort nat&uuml;rlich immer zu wenig drin, aber nun entdecke ich etwas, das dort nicht hinein geh&ouml;rt: Einige schlierenartige Schwebestoffe. Ist das die gef&uuml;rchtete Dieselpest? <br \/> Dieses Ph&auml;nomen kann eintreten, wenn sich Wasser im Diesel befindet. Es bildet den N&auml;hrstoff f&uuml;r Algen. Das gro&szlig;e Problem dabei sind st&auml;ndig verstopfte Filter. Wasser kann sich durch Kondenswasserbildung im Tank ansammeln oder tritt durch schlechte Dieselqualit&auml;t auf.<br \/> In Sofia steuern wir eine gro&szlig;e Iveco Vertragswerkstatt an und kaufen zur Sicherheit weitere Ersatz-Dieselfilter. Wir schalten vorerst auf den noch problemfreien zweiten Tank um, denn Spezialmittel zum Abt&ouml;ten der Bioorganismen kennt hier niemand. Auch Recherchen &uuml;ber Deutschland ergeben, dass Produkte wie Grotamar 71 erst auf Bestellung verf&uuml;gbar sind. Lieferzeit zwei Wochen. Wir fahren weiter, suchen nach einfachen Mitteln wie Spiritus, welches durch seine wasserbindende Eigenschaft die N&auml;hrstoffe der Algen entzieht. Dabei verfahren wir uns in den schlaglochtiefen Sofias. Die&nbsp; &Uuml;berlandstrassen sind hier in einem guten Zustand, aber in den St&auml;dten eine Katastrophe. Wir sind froh mit unseren gro&szlig;en Reifen die kleineren Schlagl&ouml;cher einfach &uuml;berrollen zu k&ouml;nnen.<br \/> Wir landen beim Praktiker. Verloren stehen wir vor einem Regal mit L&ouml;sungsmittel in kyrillischer Aufschrift. Wir trauen uns nicht irgendwas in den Tank zu sch&uuml;tten und da uns auch der deutsch sprechende Baumarktleiter nicht wirklich helfen kann, fahren weiter, hoffen auf eine L&ouml;sung im weiteren Verlauf der Reise.  <\/p>\n<p> <a rel=\"211\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/tuerkei_grenze_moschee.jpg\" title=\"50m hinter der t&uuml;rkischen Grenze: Die erste Moschee\" class=\"jcebox\"><img decoding=\"async\" class=\" alignright size-full wp-image-516\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_tuerkei_grenze_moschee.jpg\" alt=\"Moschee hinter der t&uuml;rkischen Grenze\" height=\"199\" style=\"float: right; margin: 5px; width: 300px; height: 199px\" title=\"Moschee hinter der t&uuml;rkischen Grenze\" \/><\/a>Mit einem neuen, topmodernen Terminal empf&auml;ngt uns die T&uuml;rkei. F&uuml;r die n&auml;chsten 3-4 Wochen ist dies die letzte Grenze, die wir &uuml;berschreiten, bevor es weiter in den Iran geht. Wie an fast jeder Grenze, verlangt auch ein t&uuml;rkischer Beamter mit Krawatte einen kurzen Blick ins Fahrzeuginnere, um sich pers&ouml;nlich zu &uuml;berzeugen, dass es sich bei unserem Geschoss tats&auml;chlich um ein Wohnmobil handelt. 1,5 Stunden dauert die Abwicklung, doch sorgen &uuml;ber acht Schlagb&auml;umen f&uuml;r Abwechslung; zudem sind wir aufgeregt: Nach 2.500km sind wir im &bdquo;vorderen Asien&ldquo; angelangt!  <\/p>\n<p> 70km vor Istanbul legen wir in Silivri einen Stopp ein. Wir steuern einen gro&szlig;en Parkplatz direkt am Meer an und bekommen es direkt mit der Polizei zu tun, jedoch freiwillig. An einer Minibude sitzen Einheimische und zwei Polizisten auf kleinen Plasikhockern und schl&uuml;rfen gen&uuml;sslich ihren &ccedil;ay, schwarzer t&uuml;rkischer Tee in kleinen Bauchgl&auml;sern. Wir setzen uns dazu, trinken mit und fragen nach einer M&ouml;glichkeit&nbsp; zum Geld tauschen. Zun&auml;chst versteht uns keiner. Die beiden Beamten rufen zwei Kollegen &uuml;ber Funk. U&#287;ur spricht hervorragend englisch und wenig sp&auml;ter befinden wir uns in einem t&uuml;rkischen Streifenwagen, der uns mit Blaulicht durch die Stadt zum n&auml;chsten Juwelier braust. Dort tauschen wir in blindem Vertrauen 150 Euro in t&uuml;rkische Lira, denn wir kennen den Umtauschkurs nicht, doch der war gut, wie wir wenig sp&auml;ter &uuml;berpr&uuml;fen konnten. Auf dem R&uuml;ckweg noch ein kurzer Stopp beim Gem&uuml;seh&auml;ndler. Vorr&auml;te aufstocken. Wieder am Strand angelangt, laden wir alle zum Tee ein. U&#287;ur gibt uns noch seine Handynummer. F&uuml;r den Fall, das wir Probleme bekommen. Er f&auml;hrt die ganze Nacht Streife.<br \/> Nun stehen wir bei sonnigem Wetter seit zwei Tagen auf diesem Parkplatz. In Silivri konnten wir keinen einzigen ausl&auml;ndische Touristen ausmachen. Vor allem T&uuml;rken selbst machen hier Urlaub und&nbsp; auch wir genie&szlig;en diesen sch&ouml;nen Ort. <br \/> Ich finde etwas Zeit mich um den LKW zu k&uuml;mmern. Die Schadensbilanz der ersten Tage h&auml;lt sich in Grenzen: Das Standgas h&auml;ngt und die Druckluft-Kontrolle leuchtet dauerhaft. Beides kann ich in Silivri reparieren. Bis Istanbul sind es etwa 70km. Heute geht es weiter, in die Millionenstadt am Bosporus.  <\/p>\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><a rel=\"211\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/img_3657.jpg\" title=\"Im kleinen Schifferst&auml;dtchen Silivri bleiben wir zwei Tage - und genie&szlig;en typisch t&uuml;rkische Lebensart. Denn hier gibt es keine Touristen.\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-518\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_img_3657.jpg\" alt=\"img_3657.jpg\" height=\"199\" style=\"float: left; margin: 5px; width: 300px; height: 199px\" title=\"img_3657.jpg\" \/><\/a><\/td>\n<td><a rel=\"211\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/leuchtturm_in_silivri.jpg\" title=\"Silivri kann schon fast als kleiner Geheimtipp gelten. Zumindest f&uuml;r alle die sich jenseits von Touristenstr&ouml;men wohlf&uuml;hlen.\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-520\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_leuchtturm_in_silivri.jpg\" alt=\"leuchtturm_in_silivri.jpg\" height=\"199\" style=\"float: left; margin: 5px; width: 300px; height: 199px\" title=\"leuchtturm_in_silivri.jpg\" \/><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><a rel=\"211\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/silivri_katze.jpg\" title=\"Wo gefischt wird, gibts auch wilde Katzen. \" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-522\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_silivri_katze.jpg\" alt=\"silivri_katze.jpg\" height=\"199\" style=\"float: left; margin: 5px; width: 300px; height: 199px\" title=\"silivri_katze.jpg\" \/><\/a><\/td>\n<td><a rel=\"211\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/silivri_stellplatz.jpg\" title=\"Stellplatz direkt am Meer. F&uuml;r ein erstes Seele baumeln lassen ein sch&ouml;ner Start.\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-524\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_silivri_stellplatz.jpg\" alt=\"silivri_stellplatz.jpg\" height=\"199\" style=\"float: left; margin: 5px; width: 300px; height: 199px\" title=\"silivri_stellplatz.jpg\" \/><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> &nbsp; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir befinden uns auf dem Weg aus &Ouml;sterreich Richtung Slowenien. Mit konstant 80km\/h auf den Autobahnen mache ich mir Gedanken &uuml;ber die n&auml;chsten Tage. &Ouml;sterreich ist f&uuml;r mich ein bekanntes Land, eine vertraute Umgebung. Schon oft war ich dort zum Gleitschirmfliegen. 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