{"id":547,"date":"2009-04-21T01:00:00","date_gmt":"2009-04-21T01:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.project-asia.com\/index.php\/2009\/04\/21\/drei-tage-istanbul\/"},"modified":"2009-04-21T01:00:00","modified_gmt":"2009-04-21T01:00:00","slug":"drei-tage-istanbul","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/2009\/04\/21\/drei-tage-istanbul\/","title":{"rendered":"Drei Tage Istanbul"},"content":{"rendered":"<p> <em>Silivri\/Istanbul, T&uuml;rkei, Kilometer 2.675<br \/> <\/em><a rel=\"213\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/istanbul_bank.jpg\" title=\"Istanbul im Morgenlicht. Um 6:00 brechen wir zur Fotopirsch auf. \" class=\"jcebox\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-527\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_istanbul_bank.jpg\" alt=\"istanbul_bank.jpg\" height=\"200\" style=\"float: left; margin: 5px 15px; width: 300px; height: 200px\" title=\"istanbul_bank.jpg\" \/><\/a>Es dauert, bis wir alle losen Sachen im Wohnaufbau reisesicher verstaut haben. Es ist schon sp&auml;ter Nachmittag. Doch f&uuml;r eine kleine St&auml;rkung vom liebgewonnenen K&ouml;fte- und &Ccedil;ay-Stand direkt neben unserem LKW muss es noch reichen, dann wollen wir aufbrechen. Weit ist es nicht bis Istanbul, vielleicht eine Stunde, doch wir wollen sichergehen noch bei Tag dort anzukommen. Wer weiss, wo wir dort einen Stellplatz finden.<br \/> Ich sitze schon im Fahrerhaus, will gerade den Starterknopf ziehen, da ruft jemand zu mir hoch: &bdquo;Kann ich irgendwie helfen?&ldquo;. Ich verneine, alles sei bestens. Doch wir kommen auch ohne Problem ins Gespr&auml;ch. Bekir arbeitete f&uuml;nf Jahre in &Ouml;sterreich, wohnt nun seit 13 Jahren hier. Seit&nbsp;dem habe er kein Deutsch gesprochen, was ich bei seiner nahezu akzentfreien Aussprache kaum glauben mag. Er strahlt w&auml;hrend unseres Gespr&auml;chs &uuml;ber beide Ohren. Ich lache zur&uuml;ck. Dieser Mann ist mir vom Fleck weg sympathisch. Wir erz&auml;hlen, schon zwei Tage hier zu stehen, bedauerlich sich jetzt erst zu begegnen. Er m&ouml;chte uns zum Essen nach Hause einladen, doch wir lehnen schweren Herzens ab. Mental sind wir schon in Istanbul, versprechen aber, sollten wir wieder &uuml;ber diese Route zur&uuml;ckkommen, uns bei Ihm zu melden. Adressen werden ausgetauscht. <br \/> <a rel=\"213\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/blaue_moschee.jpg\" title=\"Sultan Ahmet Camii, die ber&uuml;hmte Blaue Moschee bei Nacht. \" class=\"jcebox\"><img decoding=\"async\" class=\" alignright size-full wp-image-530\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_blaue_moschee.jpg\" alt=\"Sultan Ahmet Camii\" height=\"200\" style=\"float: right; margin: 5px; width: 300px; height: 200px\" title=\"Sultan Ahmet Camii\" \/><\/a>Ich gebe noch ein paar Daten ins GPS ein, starte den Motor und setze langsam zur&uuml;ck, da kommt&nbsp;Bekir noch einmal zur&uuml;ck gelaufen, reicht mir ein nagelneues Taschenmesser durch das Fenster. Er wolle mir was schenken, es sei das einzige, was er dabei habe. Ablehnen vergeblich. Wir freuen uns &uuml;ber diese Freundlichkeit &ndash; und &uuml;ber das Taschenmesser, denn bei all den vielen Sachen die wir dabei haben, ein Taschenmesser fehlte uns. Er gibt uns noch den Tipp langsam zu fahren, je sp&auml;ter wir in Istanbul ankommen desto besser. Dann gebe es auch keinen Berufsverkehr mehr. Ein Tipp, den wir drei Tage sp&auml;ter fahrl&auml;ssig missachten.&nbsp;  <\/p>\n<p> Unsere Bedenken in der 10 Millionenstadt Istanbul einen Parkplatz zu finden, sind unbegr&uuml;ndet. Allerdings parken wir an der stark frequentierten vierspurigen K&uuml;stenstra&szlig;e nicht gerade idyllisch. Bei den vielen Rastplatz&uuml;bernachtungen sind wir an den L&auml;rm der vorbei rauschenden Fahrzeuge schon gewohnt und mit nur zehn Gehminuten zur&nbsp;Sultan Ahmet Camii, die ber&uuml;hmte Blaue Moschee, stehen wir zudem sehr zentral. Noch am gleichen Abend gehen wir auf Streifzug. Hell erleuchtet ist die Blaue Moschee auch nachts ein Besuch wert. Wir wundern uns, dass die Pforten erst um 21:00 Uhr schlie&szlig;en und genie&szlig;en die abendlich ruhige Atmosph&auml;re in den heiligen Gem&auml;uern.<br \/> <a rel=\"213\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/sultan_ahmet_camii.jpg\" title=\"Vor dem Gebet in der blauen Moschee waschen sich die Gl&auml;ubigen H&auml;nde, F&uuml;&szlig;e und Gesicht.\" class=\"jcebox\"><img decoding=\"async\" class=\" alignright size-full wp-image-532\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_sultan_ahmet_camii.jpg\" alt=\"sultan_ahmet_camii.jpg\" height=\"200\" style=\"float: right; margin: 5px; width: 300px; height: 200px\" title=\"sultan_ahmet_camii.jpg\" \/><\/a>Wir bleiben noch zwei weitere Tage, bummeln durch die Stra&szlig;en und besuchen den Kapal&#305; &Ccedil;ar&#351;&#305;, den gro&szlig;en (&uuml;berdachten) Basar. Bekir aus Silivri beteuerte uns, &bdquo;In Istanbul gibt es alles!&ldquo; und er hat recht. T&uuml;cher, Schuhe, Lampen, Schmuck und allerlei handgefertigtes laden zum Kauf ein, aber vor allem die Gew&uuml;rze und getrocknete Fr&uuml;chte haben es uns angetan. Am liebsten s&auml;ckeweise w&uuml;rden wir sie einpacken, die Kichererbsen in allen Variationen, Sonnenblumen- und K&uuml;rbiskerne, Mandeln, Waln&uuml;sse, Maulbeeren, Datteln, Feigen, Aprikosen und vieles mehr! Unglaublich lecker und vergleichsweise g&uuml;nstig, aber wir halten uns zur&uuml;ck. Im Gegensatz zum &uuml;blichen Dreiwochen- Urlaub, k&ouml;nnen wir es uns nicht erlauben Gro&szlig;eink&auml;ufe zu t&auml;tigen. Unser Budget f&uuml;r die gesamte Reise ist hart kalkuliert: 20 Euro pro Tag f&uuml;r Essen und &bdquo;Taschengeld&ldquo; d&uuml;rfen wir maximal ausgeben. Die Kosten f&uuml;r Diesel sind darin nicht enthalten, aber durch die Autobahngeb&uuml;hren, die sich bis Istanbul auf 200&euro; summiert haben, betragen unsere t&auml;glichen Ausgaben im Schnitt bis jetzt fast das Doppelte. Dennoch g&ouml;nnen wir uns ein paar Leckereien, die wir gen&uuml;sslich Abends im LKW knabbern.  <\/p>\n<p> &nbsp; <\/p>\n<table border=\"0\" width=\"100%\" style=\"width: 100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><a rel=\"213\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/grosser_basar_1.jpg\" title=\"Der Kapal&#305; &Ccedil;ar&#351;&#305;, der gro&szlig;e (&uuml;berdachte) Basar. Hier wird wirklich alles erdenkliche zum Kauf angepriesen.\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-534\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_grosser_basar_1.jpg\" alt=\"grosser_basar_1.jpg\" height=\"200\" style=\"float: left; margin: 5px; width: 300px; height: 200px\" title=\"grosser_basar_1.jpg\" \/><\/a><\/td>\n<td><a rel=\"213\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/grosser_basar_2.jpg\" title=\"Der Gew&uuml;rzbasar. Ein Paradies f&uuml;r K&ouml;che und Feinschmecker: Gew&uuml;rze, aber auch Tee und leckere Trockenfr&uuml;chte kann man hier bekommen.\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-536\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_grosser_basar_2.jpg\" alt=\"grosser_basar_2.jpg\" height=\"200\" style=\"float: left; margin: 5px; width: 300px; height: 200px\" title=\"grosser_basar_2.jpg\" \/><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><a rel=\"213\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/grosser_basar_3.jpg\" title=\"Anprobe. Sp&auml;testens im Iran wird das Kopftuch ein st&auml;ndiges Kleidungsst&uuml;ck von Esther sein.\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-538\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_grosser_basar_3.jpg\" alt=\"grosser_basar_3.jpg\" height=\"200\" style=\"float: left; margin: 5px; width: 300px; height: 200px\" title=\"grosser_basar_3.jpg\" \/><\/a><\/td>\n<td><a rel=\"213\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/grosser_basar_4.jpg\" title=\"Alladin in der Wunderlampe? Auch nach dreimal reiben kam er nicht raus - macht nichts, wir erf&uuml;llen unseren Traum auch so. :-)\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-540\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_grosser_basar_4.jpg\" alt=\"grosser_basar_4.jpg\" height=\"200\" style=\"float: left; margin: 5px; width: 300px; height: 200px\" title=\"grosser_basar_4.jpg\" \/><\/a><a rel=\"213\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/grosser_basar_4.jpg\" title=\"Alladin in der Wunderlampe? Auch nach 3x Reiben kam er nicht raus - macht nichts, wir erf&uuml;llen unseren Traum auch so. :-)\" class=\"jcebox\"><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> &nbsp; <\/p>\n<p> <a rel=\"213\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/img_4072.jpg\" title=\"Krimi bei Teppichh&auml;ndler. Kaufen die Koreaner oder kaufen sie nicht. Nach 4 Tagen steht leider fest: Das Sammlerst&uuml;ck bleibt in der T&uuml;rkei.\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-542\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_img_4072.jpg\" alt=\"img_4072.jpg\" height=\"200\" style=\"float: left; margin: 5px 15px; width: 300px; height: 200px\" title=\"img_4072.jpg\" \/><\/a>Stets auf der Suche nach besonderen Fotomotiven entdecken wir ein besonders sch&ouml;nes Teppichgesch&auml;ft. Finden wir hier den ber&uuml;hmt ber&uuml;chtigten t&uuml;rkischen Teppichh&auml;ndler? Wir erkl&auml;ren, zwar keinen Teppich kaufen zu wollen, hingegen aber gerne ein paar Fotos schie&szlig;en w&uuml;rden und werden &uuml;berraschend herzlich empfangen. In Ruhe darf ich fotografieren. Motive gibt es genug, auf drei verwinkelte Stockwerke liegen und h&auml;ngen die kostbar gewobenen Sch&auml;tze, dazwischen, wohl selektiert, einige antike M&ouml;bel. &bdquo;Feel like at home!&ldquo; &#8211; aber gerne doch! Die unz&auml;hligen Stoffe erzeugen eine seltsam ged&auml;mpfte Akustik. Alles strahlt eine unglaublich beruhigende Atmosph&auml;re aus. Im Keller spiele ich mit dem sp&auml;rlichen Licht, welches mir zum fotografieren zur Verf&uuml;gung steht. Wieder einmal bekommen wir t&uuml;rkischen Tee angeboten. Wir setzen uns auf ein gem&uuml;tliches Sofa und werden Zeuge eines langwierigen, aber spannenden Verkaufsakts: Ein junges asiatisches P&auml;rchen, wir vermuten aus Korea, scheint reges Interesse am Kauf eines Teppichs zu haben. In regelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden l&auml;sst H&uuml;seyin, der Chef des Hauses neue Teppiche herbei holen und breitet sie demonstrativ auf dem Boden aus. Die Asiatin kriecht darauf herum, streicht mit der flachen Hand gen&uuml;sslich dar&uuml;ber. Sie scheint das Hauptinteresse zu haben, ihr Mann hingegen sitzt etwas abseits, in der Hocke, umklammert sein kleines t&uuml;rkisches Teeglas. Dann fliegt erneut ein Teppich durch den Raum. Hat sich die Ware in der Mitte des Raumes zu einem kleinen Berg angeh&auml;uft, wird bis auf ein paar Exemplare alles wegger&auml;umt und die Prozedur beginnt von Neuem. Die Koreaner reden so gut wie kein Wort, nur H&uuml;seyin, selbst auf den Teppichen liegend, preist mit ruhiger Stimme und kurzen S&auml;tzen die Ware. So liegt eine seltsam knisternde Anspannung im Raum, die nur durch das Ausbreiten und offerieren neuer Teppiche durchbrochen wird. Im Hintergrund spielt leise orientalische Musik. Mich wundert, dass kein einziges mal Preise genannt werden. Alles scheint System zu haben, jedoch steige ich nicht dahinter, aber ich bin auch kein Teppichh&auml;ndler. Lediglich das es einen bestimmten Favoriten gibt, kristallisiert sich f&uuml;r mich heraus. Doch selbst nach &uuml;ber einer Stunde Teppichkrimi ist f&uuml;r uns nicht ersichtlich, ob ein Kauf kurz bevor steht &#8211; oder eben nicht. Wir genie&szlig;en es die Zeit zu haben diesem Treiben so lange zuschauen zu k&ouml;nnen und sind erstaunt &uuml;ber die Geduld von H&uuml;seyin. Dann pl&ouml;tzlich die Entscheidung, ein definitives &bdquo;No&ldquo; von der treibenden weiblichen Kaufkraft aus Fernost, besiegelt einen schlechten Tag f&uuml;r die Teppichh&auml;ndler. Wir bleiben noch bis die Asiaten das Gesch&auml;ft verlassen haben und erfahren, dass das P&auml;rchen bereits seit vier Tagen t&auml;glich mehrere Stunden zu Besuch war. Nachdem ich den Preis f&uuml;r den favorisierten Teppich erfrage, erkl&auml;rt sich f&uuml;r mich, warum der asiatische Mann bisweilen den Eindruck erweckte, die Teppiche w&uuml;rden bei&szlig;en: 25.000 Euro sollte das Sammlerst&uuml;ck kosten sollen. Da h&auml;tte ich auch gesagt, das Fl&ouml;he drin sitzen und w&auml;re stattdessen lieber ein Jahr auf Weltreise gegangen \ud83d\ude09<br \/> Am n&auml;chsten Tag beschlie&szlig;en wir, dass dieses Erlebnis ein Eintrag in unser Reiseg&auml;stebuch wert ist und lassen uns ein paar nette Zeilen eintragen.  <\/p>\n<p> <a rel=\"213\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/istanbul_picknik.jpg\" title=\"Zu Gast beim Picknick mit einer kurdischen Familie. \" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignright size-full wp-image-544\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_istanbul_picknik.jpg\" alt=\"istanbul_picknik.jpg\" height=\"200\" style=\"float: right; margin: 5px; width: 300px; height: 200px\" title=\"istanbul_picknik.jpg\" \/><\/a>Es ist Sonntag. Wenngleich das Wochenende hier nicht so arbeitsfrei ist wie bei uns in Deutschland, so ist dies doch der Tag an dem die meisten Menschen Zeit mit Ihrer Familie verbringen. Bei gutem Wetter zelebrieren die T&uuml;rken dieses Zusammentreffen gerne ausgiebig in &ouml;ffentlichen Parks. Auch zwischen der K&uuml;stenstra&szlig;e und dem Meer befindet sich ein solcher Gr&uuml;nstreifen. Nach und nach str&ouml;men immer mehr Menschen aus der Umgebung dort hin, setzen sich auf gro&szlig;e bunte Decken. Kinder rennen auf den Gehwegen, spielen Ball oder Fangen. Frauen schneiden Gurken und Tomaten, M&auml;nner feuern den mitgebrachten Grill an. Ich bin &uuml;berrascht, welche Massen an Fleisch sich auf diesen Miniturexemplaren r&ouml;sten lassen. Das ganze ist im Prinzip nichts anderes als eine kollektive riesige Grill-Party.<br \/> Da wir uns einen m&ouml;glichst intensiven Kontakt mit den Menschen vorgenommen haben, finde ich Esther pl&ouml;tzlich mitten in einer Kurdenfamilie wieder. Sie sitze im Kreis mit jungen Frauen und lacht. Ich werde von den &auml;lteren M&auml;nner direkt eingewiesen: Frauen dort, M&auml;nner hier &#8211; &bdquo;T&uuml;rkisch&ldquo;. Alles klar, kein Problem, ich nehme auf der Decke bei den M&auml;nnern platz. Generell halten wir uns mit gegenseitigen Zuneigungen seit dem wir in der T&uuml;rkei sind zur&uuml;ck. Zwar sieht man viele Frauen&nbsp;ohne Kopftuch, aber bis auf H&auml;ndchenhalten ist in der &Ouml;ffentlichkeit wenig zu sehen. Als G&auml;ste des Landes wollen wir nicht unangenehm auffallen. Wir sehen genug missachtende Touristen, die selbst bei den noch fr&uuml;hlingshaft frischen Temperaturen hochsommerlich freiz&uuml;gig in der Stadt flanieren. Au&szlig;erdem bereiten wir uns so schon ein wenig auf den Iran vor, wo wesentlich strengere Regeln herrschen. <br \/> Einer der M&auml;nner spricht wenige Broken englisch, die restliche Kommunikation erfolgt mit W&ouml;rterbuch und den wenigen t&uuml;rkischen Worten die ich beherrsche. Zu einer guten Unterhaltung geh&ouml;rt selbstverst&auml;ndlich auch &Ccedil;ay, Tee, und ich denke, ich habe in den letzten zehn Jahren weniger schwarzen Tee getrunken, als in den letzten f&uuml;nf Tagen T&uuml;rkei. Bald gl&uuml;ht auch der Grill unserer Gastgeber und kurz drauf gibt es Fleischspie&szlig;e, Brot, gemischter Gurken und Tomatensalat und ebenfalls landestypisch: Frische Peperoni. Die Zeit vergeht. Wir genie&szlig;en das Essen und die Atmosph&auml;re, doch wir m&ouml;chten noch mehr von Istanbul sehen. Wir bedanken uns herzlich, &uuml;berreichen noch ein schnell ausgedrucktes Foto, bevor wir wieder aufbrechen.<br \/> <a rel=\"213\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/istanbul_nacht.jpg\" title=\"Istanbul bei Nacht. Kleine Gassen mit schummriger Beleuchtung - ein wenig unheimlich, aber auch interessant.\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-546\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_istanbul_nacht.jpg\" alt=\"istanbul_nacht.jpg\" height=\"200\" style=\"float: left; margin: 15px; width: 300px; height: 200px\" title=\"istanbul_nacht.jpg\" \/><\/a>Als wir am Abend aus der Stadt zur&uuml;ckkommen, liegt dicker Dunst &uuml;ber der Gr&uuml;nanlage und neben dem Alltagsstress, den die Einheimischen hier zur&uuml;ckgelassen haben, t&uuml;rmen sich auch die Abf&auml;lle, die mangels fehlender M&uuml;lltonnen &uuml;berall in Plastikt&uuml;ten verstreut herumliegen. Doch am n&auml;chsten Morgen ist davon nichts mehr zu sehen. Nachts scheinen Reinigungskr&auml;fte wie die Heizelm&auml;nnchen alles wieder in Ordnung zu bringen. Insgesamt erleben wir die T&uuml;rkei, im deutlichen Unterschied zu den zuvor durchreisten Balkanl&auml;ndern, mit zahlreichen wilden M&uuml;llkippen, als sehr sauberes Land. Auch die quasi nicht vorhandene Toilettenkeramik, die im Prinzip nur aus einem Loch im Boden mit eingebauter Sp&uuml;lung besteht, hat seine Vorteile, da nichts ber&uuml;hrt werden muss. Die ganz typischen Installationen komplett ohne Toilettenpapier, mit einem kleinen Wasserhahn und Becher, erfordern allerdings ein wenig Umgew&ouml;hnung in der Anwendung&#8230;  <\/p>\n<p> Drei Tage Istanbul sind schnell vorbei. Uns hat es sehr gefallen, besonders wenn man bedenkt, dass wir keine Gro&szlig;stadtfans sind. Wir werfen den Diesel an, es geht weiter nach Izmit. Dort wollen wir eine Goodyear Fabrik besuchen und einige Dinge erledigen.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Silivri\/Istanbul, T&uuml;rkei, Kilometer 2.675 Es dauert, bis wir alle losen Sachen im Wohnaufbau reisesicher verstaut haben. Es ist schon sp&auml;ter Nachmittag. Doch f&uuml;r eine kleine St&auml;rkung vom liebgewonnenen K&ouml;fte- und &Ccedil;ay-Stand direkt neben unserem LKW muss es noch reichen, dann wollen wir aufbrechen. Weit ist es nicht bis Istanbul, vielleicht eine Stunde, doch wir wollen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":527,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-547","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-berichte-a-news-berichte-a-news"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/547","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=547"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/547\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/527"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=547"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=547"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=547"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}