{"id":558,"date":"2009-04-30T01:00:00","date_gmt":"2009-04-30T01:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.project-asia.com\/index.php\/2009\/04\/30\/groer-wartungsstop-in-izmit\/"},"modified":"2009-04-30T01:00:00","modified_gmt":"2009-04-30T01:00:00","slug":"groer-wartungsstop-in-izmit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/2009\/04\/30\/groer-wartungsstop-in-izmit\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfer Wartungsstop in Izmit"},"content":{"rendered":"<p> <em>Izmit, T&uuml;rkei, Kilometer 2.828<\/p>\n<p> <\/em>Obwohl keine Gro&szlig;stadtfans, hat uns Istanbul sehr gefallen, doch nun lockt unser Ziel, welches nur einen Steinwurf entfernt liegt &ndash; Istanbul erstreckt sich, weltweit einzigartig, &uuml;ber zwei Kontinente und&nbsp;&uuml;ber den Bosporus erwartet uns Asien!  <\/p>\n<p> Fahrl&auml;ssig st&uuml;rzen wir uns zur Rush Hour in den Verkehr. Die wenigen Br&uuml;cken &uuml;ber den Bosporus sind stark frequentiert. Im dichten Verkehr verpassen wir die ersten beiden Br&uuml;ckenauffahrten. Bei der Dritten finden wir den Weg, der uns hoch &uuml;ber die Seeenge f&uuml;hrt. Direkt nach der Br&uuml;cke versperrt uns eine Mautstation die weiterfahrt. Eigentlich nichts besonderes, zu unserer &Uuml;berraschung gibt es hier allerdings keine Schranke mit Personal oder der M&ouml;glichkeit der Barzahlung und so stehen wir pl&ouml;tzlich ratlos vor einer Schranke und nichts geht mehr. Hinter uns&nbsp;wird gehupt. Das Dr&uuml;cken des roten Hilfe-Knopfs bringt uns, au&szlig;er einer quakenden t&uuml;rkischsprachigen Stimme, leider auch nicht weiter. Hinter uns setzen die Auto zur&uuml;ck und zahlen an einer der vielen weiteren Schranken. Ein Einheimischer, der gerade eine der anderen Schranken passiert hat, erkennt unsere Not. &bdquo;Sie brauchen hier eine Karte, sonst kommen Sie hier nicht durch!&ldquo;, ruft er mir entgegen. Die Karten m&uuml;ssten wir bei einer Bank kaufen, erkl&auml;rt er weiter. Wir k&ouml;nnen diese Tatsache kaum glauben. &bdquo;Ich mach das mit meiner Karte, aber Sie m&uuml;ssen mir daf&uuml;r das Geld geben.&ldquo;. Gerne zahlen wir unserem Retter die Geb&uuml;hren und noch ein wenig mehr. <br \/> Nachdem wir die Weiterfahrt aufnehmen, sch&uuml;ttle ich noch immer den Kopf. Diese kleine Erfahrung hat uns gezeigt, dass wir bereits wenige Meter auf asiatischem Boden als Exoten gelten.<br \/> Wir befinden uns noch mitten im Stadtgebiet von Istanbul. Aus Angst vor einer weiteren solchen Falle, nehmen wir die n&auml;chste Abfahrt von der Autobahn und prompt verfahren wir uns. Steuern in die komplett falsche Richtung und k&ouml;nnen erst wieder umkehren, als wir unten am Meer ankommen. Sinnlose Diskussionen, warum wir falsch gefahren sind. Prinzipiell macht mir das Fahren mit unserem 6,5m lagen, 2,5m breiten und &uuml;ber acht Tonnen schweren Wohnsitz auch im dichten Verkehr wenig aus. Nach allerdings zwei Stunden Istanbul Berufsverkehr mit stop and go, wird es auch k&ouml;rperlich anstrengend, ein 34 Jahre altes Fahrzeug zu f&uuml;hren. In Gedanken daran, was uns in Indien erwartet, sehen wir das bisschen Verkehr gelassen. Wenig sp&auml;ter haben wir wieder die richtige Landstrasse gefunden und brummen weiter Richtung Izmit.  <\/p>\n<p> Wieder einmal fahren wir in die Dunkelheit hinein und suchen uns den erstbesten Nachtplatz. Wir parken vor irgend einem Werksgel&auml;nde. In der Nacht machen sich Leute am Auto zu schaffen. Bei au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Ger&auml;uschen werde ich schnell wach. Ich h&ouml;re Stimmen und merke, dass sich jemand vorne am Fahrerhaus hochzieht. Durch den kleinen Schlitz unter dem Rollo erkenne ich zwei M&auml;nner. Ich warte noch einen Augenblick, doch nachdem weitere Klopf- und R&uuml;ttelproben erfolgen, ziehe ich schlagartig das Rollo hoch, &ouml;ffne das Fenster und frage mit fester Stimme: &bdquo;Iyi ak&#351;amlar! What is the Problem?&ldquo;. Die beiden M&auml;nner sind sichtlich erschreckt, entschuldigen sich hastig und erkl&auml;ren zum Sicherheitspersonal der gegen&uuml;ber liegenden Fabrik zu geh&ouml;ren. Bei unserer Ankunft bemerkte ich bereits die neugierigen Blicke aus dem Wachh&auml;uschen und dachte mir, dass so etwas in der Art passieren k&ouml;nnte. Die beiden w&uuml;nschen mir noch eine gute Nacht und verschwinden. Esther hat davon kaum etwas mitbekommen &ndash; sie hat einen sehr gesunden Schlaf. <\/p>\n<p> Am n&auml;chsten Morgen besuchen wir den Personalchef der Goodyearfabrik in Izmit. Zwar haben wir keinen Termin, m&ouml;chten dennoch kurz Hallo sagen. Au&szlig;erdem haben wir einige Dinge am Auto zu erledigen und hoffen ein paar Tipps zu bekommen.  <\/p>\n<p> <a rel=\"214\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/ventilspiel.jpg\" title=\"In Izmit stellen wir das Ventilspiel ein. Eigentlich eine Routinearbeit, die ich hier allerdings zum ersten Mal erledige. Besser sp&auml;t als nie. :-)\" class=\"jcebox\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-548\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_ventilspiel.jpg\" alt=\"ventilspiel.jpg\" height=\"225\" style=\"float: left; margin: 5px 15px; width: 300px; height: 225px\" title=\"ventilspiel.jpg\" \/><\/a>Wie bereits erw&auml;hnt, sind wir mit unseren Reisevorbereitungen am Auto zum Startschuss nicht ganz fertig geworden. Deshalb liegen uns andauernd Dinge nervt&ouml;tend im Weg herum. Ein st&auml;ndiges Hin- und Herschieben, Herumheben und Suchen l&auml;sst kein echtes Wohngef&uuml;hl aufkommen. Was noch wichtiger ist, sind einige Wartungsarbeiten am LKW, die noch nicht erledigt sind. <br \/> Wir bleiben deshalb ganze 10 Tage auf dem wenig attraktiven, aber bewachten Goodyear Parkplatz stehen. Wir lassen uns eine Werkstatt empfehlen, wo wir den rechten Tank kompletten ausbauen und sp&uuml;len lassen und damit die Dieselpest endlich loswerden. Unseren speziellen Dieselfilter mit Wasserabscheider, der unseren Motor vor &uuml;blen Treibstoffqualit&auml;ten sch&uuml;tzen soll, installieren wir ebenfalls und k&uuml;mmern uns um das Standgas, das schon seit drei Wochen h&auml;ngen bleibt und weshalb ich bei jeder Ampel, jedem Stopp, das Gaspedal mit der Hand hochziehen muss. Ventilspiel kontrollieren k&ouml;nnen wir nicht, da der Motor noch warm ist. Zwar habe ich dies noch nie gemacht, erledige ich aber zwei Tage sp&auml;ter erfolgreich alleine auf unserem Parkplatz. <\/p>\n<p> Einige Tage sp&auml;ter besuchen wir noch einmal die Werkstatt, in der &uuml;brigens keiner auch nur einen Brocken Englisch, geschweige denn Deutsch sprechen kann. Aber das macht die Sache nur interessanter. Wir kommunizieren wieder einmal mit H&auml;nden und F&uuml;&szlig;en, am Fahrzeug kann man auch sehr sch&ouml;n einfach auf die entsprechenden Teile zeigen. Notfalls hilft das W&ouml;rterbuch. Mein t&uuml;rkischer Automechaniker redet oft Wortkolonnen in T&uuml;rkisch, von denen ich kein einziges Wort verstehe. Ich fange an das gleiche in Deutsch zu tun, denn irgendwie ergibt sich im Kontext auf magische Weise ein Sinn und man versteht sich &ndash; zumindest grundlegend. Und wenn man sich mal nicht versteht, wird gelacht &ndash; oder trinkt cay, der auch hier in Str&ouml;men flie&szlig;t. Ich habe viel Spass bei den Werkstattbesuchen und wir kommen gut voran: Wechsel des Planetengetriebe&ouml;l inkl. neuer Dichtung, Motor&ouml;lwechsel, Auspuff vom Tankhalter wegbiegen, &Ouml;lpr&uuml;fstab reparieren (konnte man komplett aus der &Ouml;lwanne ziehen), neue Lenkmanschette und einmal komplett Abschmieren. Kostenpunkt:&nbsp; 160 Euro f&uuml;r ca. 10 Stunden Arbeitszeit inkl. Material (allein 60 Euro f&uuml;r das gar nicht notwendig teuer Castrol-Motoren&ouml;l).<br \/> An den anderen Tagen tausche ich unsere kleine K&auml;fer-Hupe gegen eine Kompressor-Fanfare und baue unser zus&auml;tzliches 75cm langes Drucklufthorn ein, mit dem wir wie ein Dampfer von uns aufmerksam machen k&ouml;nnen. Wichtige Vorbereitung f&uuml;r Indien!  <\/p>\n<p> <a rel=\"214\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/geburtstagsfrisur.jpg\" title=\"Zum Geburtstag g&ouml;nnt sich Jan einen neuen Haarschnitt.\" class=\"jcebox\"><img decoding=\"async\" class=\" alignright size-full wp-image-551\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_geburtstagsfrisur.jpg\" alt=\"geburtstagsfrisur.jpg\" height=\"225\" style=\"float: right; margin: 5px; width: 300px; height: 225px\" title=\"geburtstagsfrisur.jpg\" \/><\/a>Im Wohnbereich fehlen noch ein paar Regale zu denen wir Holz in zwei Baum&auml;rkten suchen, doch leider scheinen hier Multiplex- oder Dreischichtplatten nicht die Regel zu sein. Alles wird mit f&uuml;r uns v&ouml;llig ungeeigneten Spanplatten zusammen gezimmert. So bleibt uns nur zu hoffen zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt f&uuml;ndig zu werden. <br \/> Auch die Elektronik ist noch nicht fertig &ndash; und wird sie leider auch in den zehn Tage nicht. Zum Gl&uuml;ck sind die noch fehlenden Elemente eher Luxus, z.B. die Elektronik, die bei &uuml;bersch&uuml;ssigem Solarstrom automatisch den Wasserboiler aufheizen kann. Bei unserer exklusiven LED-Beleuchtung hat sich bereits die zweite Steuerelektronik mit einem kleinen Rauchw&ouml;lkchen verabschiedet. Ein Fehler in der Installation meinerseits. Solche Dinge lassen sich bei einmaligen Installationen leider kaum vermeiden, aber wir haben Ersatz parat und stehen Abends nicht im Dunkeln. <br \/> Wir basteln und werkeln, und alles dauert, wie immer, l&auml;nger als man denkt. Kommen dann noch die &uuml;blichen Probleme hinzu, die man vorher nicht sehen konnte, ist schnell schlechte Laune angesagt. <br \/> Als ich unsere Druckluft gefederte Sitze anschlie&szlig;en will, kommt was kommen muss: Ich will mit einem neuen Cuttermesser ein St&uuml;ck Druckluftschlauch k&uuml;rzen, passe nicht auf, rutsche ab und schneide mir tief zwischen Daumen und Zeigefinger in die Hand. Esther ist schnell mit dem Erste-Hilfe-Kasten zur Stelle und verbindet mir die Hand. Wir fragen bei den Pf&ouml;rtnern von Goodyear nach einem Arzt. Gl&uuml;cklicherweise gibt es auf dem Werksgel&auml;nde eine kleine Ambulanz und da ich scheinbar keine Sehne durchgeschnitten habe, lasse ich mir dort meine Wunde reinigen und mit einem Tape zuheften. Seltsam und bedauerlich, dass es erst eines solchen Ereignisses bedarf,&nbsp;bis ich die Sachen etwas langsamer angehe und&nbsp;ruhiger werde.  <\/p>\n<p> <a rel=\"214\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/markt.jpg\" title=\"Auf dem Markt kaufen wir g&uuml;nstig viel frisches Gem&uuml;se und Obst ein. \" class=\"jcebox\"><img decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-553\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_markt.jpg\" alt=\"markt.jpg\" height=\"200\" style=\"float: left; margin: 5px 15px; width: 300px; height: 200px\" title=\"markt.jpg\" \/><\/a>Am n&auml;chsten Tag habe ich Geburtstag und da ich nun ohnehin gehandikapt bin, entschlie&szlig;en wir uns mit dem Moped in die Stadt zu fahren, um mir einen Haarschnitt zu g&ouml;nnen. Durch Zufall entdecken wir einen Wochenmarkt, durch den ich mit der kleinen Honda DAX rollen kann. Das Gem&uuml;se ist so g&uuml;nstig, dass Esther zwei gro&szlig;e Zwiebel sogar geschenkt bekommt, da sonst nur Kiloweise verkauft wird. Wir stocken unsere Gem&uuml;sevorr&auml;te auf und wissen bald nicht mehr wohin mit all dem Essen. Nachdem in&nbsp;unseren&nbsp;kleinen Rucksack nichts mehr reinpasst, stopfe ich vorne meine Jacke voll. Das ganze muss recht witzig ausgesehen haben: Auf einem winzigen Roller zwei mit Gem&uuml;se und Obst vollbepackte Touristen. &bdquo;K&uuml;&ccedil;&uuml;k Honda&ldquo;, rufen uns die Leute grinsend zu. Ja, unsere kleine Honda, die uns Hans-Werner als Leihgabe mitgegeben hat, bereitet uns gleich auf unseren ersten Ausfl&uuml;gen viel Freude.  <\/p>\n<p> Nach ganzen zehn Tagen Parkplatz im Industriegebiet von Izmit wird es h&ouml;chste Zeit zum weiterfahren. Urspr&uuml;nglich war eine l&auml;ngere Tour durch die T&uuml;rkei geplant. Durch unsere versp&auml;tete Abfahrt und weitere zehn Tage in Izmit, werden wir die T&uuml;rkei nun nutzen um unser Fahrzeug endlich Reisefertig zu bekommen und steuern als n&auml;chstes Ankara an. Dort soll es ein Bauhaus Baumarkt geben. Vielleicht gibt es hier geeignetes Holz f&uuml;r unsere letzten Regale.  <\/p>\n<table border=\"0\" width=\"100%\" style=\"width: 100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><a rel=\"214\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/markt2.jpg\" title=\"Ein Kilo frische Peperoni, Zucchini oder Auberginen: 0,50 Euro! Lecker!\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-555\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_markt2.jpg\" alt=\"markt2.jpg\" height=\"200\" style=\"float: left; margin: 5px; width: 300px; height: 200px\" title=\"markt2.jpg\" \/><\/a><\/td>\n<td><a rel=\"214\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/geburtstagskekse.jpg\" title=\"&quot;Zuhause&quot; gibt es leckere Geburtstag-Kekse vom t&uuml;rkischen B&auml;cker. \" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-557\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/thumb_geburtstagskekse.jpg\" alt=\"geburtstagskekse.jpg\" height=\"225\" style=\"float: left; margin: 5px; width: 300px; height: 225px\" title=\"geburtstagskekse.jpg\" \/><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> &nbsp; <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Izmit, T&uuml;rkei, Kilometer 2.828 Obwohl keine Gro&szlig;stadtfans, hat uns Istanbul sehr gefallen, doch nun lockt unser Ziel, welches nur einen Steinwurf entfernt liegt &ndash; Istanbul erstreckt sich, weltweit einzigartig, &uuml;ber zwei Kontinente und&nbsp;&uuml;ber den Bosporus erwartet uns Asien! 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