{"id":598,"date":"2009-05-15T01:00:00","date_gmt":"2009-05-15T01:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.project-asia.com\/index.php\/2009\/05\/15\/grostadt-tabris-und-der-besuch-eines-badehauses\/"},"modified":"2009-05-15T01:00:00","modified_gmt":"2009-05-15T01:00:00","slug":"grostadt-tabris-und-der-besuch-eines-badehauses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/2009\/05\/15\/grostadt-tabris-und-der-besuch-eines-badehauses\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfstadt Tabris und der Besuch eines Badehauses"},"content":{"rendered":"<p> <em>Iran, Sar-e Eyn, Kilometer 5.766<\/em> <\/p>\n<p> <a rel=\"220\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/tabris_verkehrs_chaos.jpg\" title=\"Normaler Strassenverkehr in Tabris. Was stressig aussieht, ist es auch, doch mit der Zeit gewoehnt man sich auch an den Fahrstil der Iraner.\" class=\"jcebox\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-590\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/thumb_tabris_verkehrs_chaos.jpg\" alt=\"tabris_verkehrs_chaos.jpg\" height=\"199\" style=\"float: left; margin: 5px; width: 300px; height: 199px\" title=\"tabris_verkehrs_chaos.jpg\" \/><\/a>Unsere geplante Route durch Iran f&uuml;hrt uns zun&auml;chst in Richtung Kaspisches Meer. Wir erreichen Tabris. Mit 1,5 Millionen Einwohner unsere erste gro&szlig;e Stadt in Iran. Der Verkehr ist dicht und chaotisch. Von den wenigen Ampeln, werden den wenigsten Beachtung geschenkt. Aus zwei Fahrspuren werden Drei oder Vier. Taxen halten unvermittelt mitten auf der Strasse um neue G&auml;ste ein- und aussteigen zu lassen. Das st&auml;ndige Hupen mischt sich mit dem Brummen der anfahrenden Autos. Mit erh&ouml;hter Aufmerksamkeit schiebe ich mich durch den Verkehr. Ich muss lernen mich dem stetigen Fluss der Blechlawinen anzupassen. Wieder in Gedanken an den Verkehr der uns in Indien erwartet, sehe ich die Sache entspannt und genie&szlig;e es sogar mitten drin zu sein, im Leben einer persischen Gro&szlig;stadt. Au&szlig;erdem hat es auch klare Vorteile in einem LKW zu sein: Wir sitzen hoch &uuml;ber dem Verkehr, behalten einen guten &Uuml;berblick und einem schnaubenden Dickschiff wird mehr Respekt erwiesen als einem kleinen Auto.<br \/> Wir wollen die Stadt sehen und ein paar Lebensmittel einkaufen. Da es keine Parkpl&auml;tze gibt, schon gar nicht f&uuml;r unser Fahrzeug, tun wir es den Einheimischen gleich und parken frech am Stra&szlig;enrand im Halteverbot. Keine 10 Meter vom LKW entfernt gibt lecker frisch gepressten Saft. Beim Bezahlen wird offensichtlich, dass wir Fremde sind. Dies entgeht auch einer jungen Passantin nicht und wieder einmal werden wir in englisch gefragt, ob wir Hilfe ben&ouml;tigen. Das Bezahlen der Getr&auml;nke bekommen wir nat&uuml;rlich alleine hin, aber wir fragen nach dem Bassar. Sie h&auml;tte Zeit und k&ouml;nne uns dorthin begleiten. Das sei nicht n&ouml;tig, aber sch&ouml;n. Schlie&szlig;lich verbringen wir den ganzen Tag mit Leila. Die junge Lehrerin kam gerade vom Unterricht an einer Schule. Komplett in schwarz gekleidet, tr&auml;gt sie eine Kleidung, wie wir sie &uuml;berall sehen. Ihre Haare und Hals verdeckt sie mit einem vorgeformten Stoff, der wie eine Haube einfach &uuml;ber den Kopf gezogen wird und bis &uuml;ber die Schultern reicht. Darunter tr&auml;gt sie einen recht modernen, langen Mantel. <br \/> In den langen, dunklen, &uuml;berdachten Gassen des alten Basars herrscht emsiges Treiben. Wir bewundern persische Teppichkunst,&nbsp; glitzernde Waren aus Gold und Edelsteinen. Wir decken uns mit Obst und Gem&uuml;se ein, kaufen leckere Datteln. <br \/> <a rel=\"220\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/tabris_leila.jpg\" title=\"Neue Bekanntschaft in Tabris. Leila fuehrt uns an die schoensten Plaetze Tabris.\" class=\"jcebox\"><img decoding=\"async\" class=\" alignright size-full wp-image-593\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/thumb_tabris_leila.jpg\" alt=\"tabris_leila.jpg\" height=\"199\" style=\"float: right; margin: 5px; width: 300px; height: 199px\" title=\"tabris_leila.jpg\" \/><\/a>Wir schlendern an Kleider-Boutiquen vorbei und Leila kommt auf Esthers Mantel zu sprechen. Woher das gute St&uuml;ck denn sei, frag sie und best&auml;tigt, dass der Fummel nicht gerade en vouge ist. Also gehen wir Shoppen, was auch mir ausnahmsweise recht ist, denn ich m&ouml;chte, dass sich Esther wohl f&uuml;hlt und gefallen hat mir der Fehlkauf aus der T&uuml;rkei ohnehin nicht. Wir werden f&uuml;ndig. Ihr neuer Mantel aus angenehm d&uuml;nnen Stoff ist figurbetont und wird Esther auch au&szlig;erhalb der Islamischen Republik noch gerne tragen k&ouml;nnen.<br \/> Zum Abschluss f&uuml;hrt uns Leila in ein angeblich besonders gutes Restaurant. Der Blick auf die Karte sagt uns zwar nichts, da wir die Schrift nicht lesen k&ouml;nnen, doch die &Uuml;bersetzung ist einfach: Kebab in allen Varianten. Dabei w&auml;ren wir froh gewesen ein anderes iranisches Gericht kosten zu d&uuml;rfen. <br \/> Leila empfiehlt uns auf dem Weg zum Kaspischen Meer einen Stopp bei Sar-e Eyn einzulegen. Dort gibt es ein ber&uuml;hmtes Badehaus mit Wasser aus hei&szlig;en Quellen. Das h&ouml;rt sich verlockend an, vor allem weil man duschen kann. Zwar k&ouml;nnen wir auch im Auto duschen, dies jedoch sehr sparsam, um unsere Wasservorr&auml;te zu schonen. Ansonsten hat sich unsere &bdquo;Dreckschleuse&ldquo; im Eingangsbereichs des Wohnkoffers sehr bew&auml;hrt. Bekannte bezweifelten, dass die nur 1,5cm hohe Duschwanne &uuml;berlaufen w&uuml;rde. Doch meine Konstruktion mit Abl&auml;ufen in allen vier Ecken l&auml;sst auch ein Duschen zu, wenn das Fahrzeug nicht gerade steht.<br \/> <a rel=\"220\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/tabris_basar.jpg\" title=\"Basar in Tabris. Beeindruckende Kuppelkonstruktionen spenden Schatten in der heissen Mittagszeit und laden zum Bummeln ein.\" class=\"jcebox\"><img decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-595\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/thumb_tabris_basar.jpg\" alt=\"tabris_basar.jpg\" height=\"199\" style=\"float: left; margin: 5px; width: 300px; height: 199px\" title=\"tabris_basar.jpg\" \/><\/a>Nat&uuml;rlich ist ein gemeinsames Baden mit M&auml;nnern und Frauen in Iran undenkbar. Bereits vor dem Geb&auml;ude werden die Geschlechter getrennt. Ich verabschiede mich von Esther f&uuml;r die n&auml;chsten zwei Stunden und begebe mich zum M&auml;nner-Eingang auf der anderen Seite der Therme. 20.000 Rial kostet der Eintritt, knapp 1,50 &euro;. Als erstes gebe ich die Schuhe ab und darf in eine der herumliegenden Badeschlappen schl&uuml;pfen. Ich verzichte und bin froh meine eigenen&nbsp; Flip-Flops dabei zu haben. Im Schwimmbecken schwappt eine gelbbr&auml;unliche Br&uuml;he. Das ganze Bad hat diesen nicht besonders einladenden Farbton, doch die Farbe kommt vom hohen Schwefelgehalt des Wassers. Mit etwas &Uuml;berwindung steige ich in das etwa 35&deg;C warme Wasser. Da das Becken recht klein ist und viele M&auml;nner darin planschen ist an Schwimmen ist zu denken. Zudem betr&auml;gt die Wassertiefe nur 1,30m &ndash; vermutlich, weil kaum einer der G&auml;ste richtig Schwimmen kann, denn die Meisten bewegen sich im Schwimmstil &bdquo;Hund&ldquo; durch das Wasser. Es herrscht eine ausgelassene, fr&ouml;hliche und lautstarke Stimmung, doch gleichzeitig wollen sich die M&auml;nner gegenseitig imponieren, da es hierf&uuml;r jedoch nicht viele M&ouml;glichkeiten gibt, beschr&auml;nkt es sich darauf spektakul&auml;r ins Wasser zu fallen und anschlie&szlig;end m&ouml;glichst lange leblos mit dem Kopf nach unten im Wasser zu treiben. Ich beobachte dieses lustige Verhalten ein wenig und begebe mich anschlie&szlig;end in die Sauna. <a rel=\"220\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/tabris_basar_teppichbilder.jpg\" title=\"Basar in Tabris. Kunstvoll gewebte Teppiche in edle Bilderrahmen gefasst. Die Motive sind gerne Schriften und Zeichen aus dem Koran.\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignright size-full wp-image-597\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/05\/thumb_tabris_basar_teppichbilder.jpg\" alt=\"tabris_basar_teppichbilder.jpg\" height=\"199\" style=\"float: right; margin: 5px; width: 300px; height: 199px\" title=\"tabris_basar_teppichbilder.jpg\" \/><\/a>W&auml;hrend meines zehnmin&uuml;tigen Besuches, stelle ich fest, dass auch die Art des Saunierens in Iran von unseren deutschen Gewohnheiten stark abweicht. Die Badehose bleibt angezogen, Handt&uuml;cher werden keine verwendet. Es geht zu wie auf dem Bahnhof, beim Kommen und Gehen wird selten die T&uuml;re geschlossen. Ein durchschnittlicher Saunagang dauert etwa eine Minute und in dieser Zeit finden m&ouml;glichst Leibes&uuml;bungen statt. Das k&ouml;nnen wildes wirbeln mit den Armen sein oder einfache&nbsp; Strech&uuml;bungen. Wo sich jeder Deutsche Saunag&auml;nger in seiner Ruhe gest&ouml;rt f&uuml;hlen w&uuml;rde, am&uuml;siere ich mich und als jemand anf&auml;ngt Liegest&uuml;tzen zu dr&uuml;cken, musste ich mir das Grinsen ernsthaft verkneifen.<br \/> Wenig sp&auml;ter frage ich Esther nach ihrem Erlebnis. Erwartungsgem&auml;&szlig; ging es bei den Frauen ruhiger zu. Meist sa&szlig; man am Beckenrand und lie&szlig; die Beine ins Wasser baumeln. Etwas st&ouml;rend empfand sie den R&ouml;ntgenblick mit dem sich die Frauen gegenseitig visuell inspizierten und ist nun ein wenig froh wieder ihr Kopftuch und Mantel tragen zu k&ouml;nnen. Denn mit ihrem neuen Mantel aus Tabris f&uuml;hlt sie sich sogar richtig schick.<br \/> Wir fahren weiter. Bis zum Kaspischen Meer sind es nur 100km. Bei dem bisher durchweg guten Stra&szlig;enzustand werden wir dort noch heute ankommen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Iran, Sar-e Eyn, Kilometer 5.766 Unsere geplante Route durch Iran f&uuml;hrt uns zun&auml;chst in Richtung Kaspisches Meer. Wir erreichen Tabris. Mit 1,5 Millionen Einwohner unsere erste gro&szlig;e Stadt in Iran. Der Verkehr ist dicht und chaotisch. Von den wenigen Ampeln, werden den wenigsten Beachtung geschenkt. Aus zwei Fahrspuren werden Drei oder Vier. Taxen halten unvermittelt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":590,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-598","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-berichte-a-news-berichte-a-news"],"blocksy_meta":{"styles_descriptor":{"styles":{"desktop":"","tablet":"","mobile":""},"google_fonts":[],"version":6}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/598","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=598"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/598\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/590"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=598"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=598"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=598"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}