{"id":770,"date":"2009-06-13T01:00:00","date_gmt":"2009-06-13T01:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.project-asia.com\/index.php\/2009\/06\/13\/gastfreundschaft\/"},"modified":"2020-03-27T07:20:41","modified_gmt":"2020-03-27T07:20:41","slug":"gastfreundschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/2009\/06\/13\/gastfreundschaft\/","title":{"rendered":"Gastfreundschaft"},"content":{"rendered":"<hr width=\"100%\" size=\"2\" \/> <a href=\"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/2009\/06\/13\/gastfreundschaft\/\" class=\"imagelink\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\" alignright size-full wp-image-747\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/thumb_usbek_bukhara_1001night.jpg\" alt=\"Zum Artikel: Gastfreundschaft\" style=\"border: 0px none #000000; margin: 5px; float: right\" title=\"Zum Artikel: Gastfreundschaft\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a> <b>13.06.2009<br \/> <\/b><span class=\"contentheading\">Gastfreundschaft<\/span> <i><\/p>\n<p> Usbekistan, 90km vor Samarkand, Kilometer 9.437<br \/> <\/i>&nbsp;<br \/> Unsere ersten Tage in Usbekistan. Erfolglos suchen wir wieder nach idyllischen Stellpl&auml;tzen f&uuml;r die Nacht &#8211; wie wir es uns zu Hause so sch&ouml;n vorgestellt haben. <br \/> Doch dabei lernen wir Farida kennen. Ein nette Studentin aus Bukhara. Sie zeigt uns mit Ihrer Freundin die sch&ouml;ne Stadt aus Eintausend-und-Eine-Nacht. Doch die 40&deg;C im Schatten bekommt uns nicht gut und wir quartieren uns f&uuml;r eine Nacht in einem Hotel ein. <\/p>\n<p> Auf der Weiterreise erleben wir, was es hei&szlig;t, wenn Gastfreundschaft zu viel des Guten ist&#8230;   <!--more--> <b>13.06.2009<i> <\/i><\/b><i>&#8211; Usbekistan, 90km vor Samarkand, Kilometer 9.376<\/i>  <\/p>\n<p> <a href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/usbek_bukhara_1001night.jpg\" rel=\"227\" title=\"Bukhara - die Stadt symbolisiert f&uuml;r uns den Orient schlecht hin. Geb&auml;ude wie in 1001-Nacht.\" class=\"jcebox\"><img decoding=\"async\" class=\" alignright size-full wp-image-747\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/thumb_usbek_bukhara_1001night.jpg\" alt=\"usbek_bukhara_1001night.jpg\" style=\"margin: 5px 10px; float: right\" title=\"usbek_bukhara_1001night.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a>Unsere Einreise nach Usbekistan verl&auml;uft reibungslos. Die Leute sind freundlich zu uns, es werden keine Geb&uuml;hren verlangt und beim Ausf&uuml;llen der kyrillischen Formulare wird uns geholfen. Nach nur 1,5 Stunden passieren wir den letzten Schlagbaum.<br \/> Die Stra&szlig;en werden leider nicht besser und nach den beiden Grenz&uuml;berg&auml;ngen sind wir ziemlich fertig. Wir suchen nach einem Nachtplatz und stellen fest, das Usbekistan dichter besiedelt ist als Turkmenistan. Kein stilles Pl&auml;tzchen, &uuml;berall Menschen und H&auml;user.  <\/p>\n<p> Es wird bereits dunkel und wir fragen uns wieder, was wir hier &uuml;berhaupt machen, was das f&uuml;r eine komische Reise ist. Ganz besonders das N&auml;chtigen in der Natur war uns ein wichtiges Ziel unserer Reise. <br \/> Verzweifelt fahren wir auf eine Nebenstra&szlig;e, die nach 15 Kilometer in einem Bogen wieder auf die Hauptstra&szlig;e f&uuml;hrt. Dazwischen ununterbrochen H&auml;user, Menschen, Autos. Wir m&uuml;ssen akzeptieren, dass wir der Zivilisation nicht entkommen k&ouml;nnen. Wir halten an und Esther fragt einen Passanten nach einer M&ouml;glichkeit zum &Uuml;bernachten.<\/p>\n<p> Wir werden 20m weiter auf einen Hof eskortiert. Zun&auml;chst Verst&auml;ndigungsprobleme, doch frische Aprikosen von der eigenen Plantage und eine F&uuml;hrung &uuml;ber das Anwesen sprechen f&uuml;r sich. F&uuml;r usbekische Verh&auml;ltnisse stellen die uns gezeigten Besitzt&uuml;mer&nbsp; bereits einen gewissen Reichtum dar.<br \/> Farida wird per Telefon herbeigerufen. Sie ist 21 und lernt in der Schule neben Russisch auch Englisch, was sie sehr gut beherrscht. Nat&uuml;rlich werden wir wieder eingeladen. Wir fahren mit ihrem Onkel, dem Besitzer der Plantage und einem Freund der Familie in einem Minibus zu einem Restaurant. Es gibt typisches Essen: Fleischspie&szlig;e. Diesmal ohne Reis, mit Zwiebel, Gurken und Tomaten.<\/p>\n<p> <a href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/usbek_bukhara_farida_omad.jpg\" rel=\"227\" title=\"Unsere Begleitung in Buhkara: Farida und Omad. Die beiden zeigen uns die sch&ouml;nsten Winkel der Stadt.\" class=\"jcebox\"><img decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-749\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/thumb_usbek_bukhara_farida_omad.jpg\" alt=\"usbek_bukhara_farida_omad.jpg\" style=\"margin: 5px 10px; float: left\" title=\"usbek_bukhara_farida_omad.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a>Wie Esther schon vorher bef&uuml;rchtete, bekomme ich einen Schnaps nach dem anderen angeboten. Ich schaffe es ein paar der Runden auszulassen, doch nach dem vierten Gl&auml;schen rede ich noch mehr, als ich es sonst schon tue.<br \/> Leider &uuml;bersetzt unsere englisch sprechende Begleitung nur sehr wenig von unseren Erz&auml;hlungen an die Gastgeber weiter und so frage ich, ob sie nicht gelangweilt seien, was sie vehement verneinen.<br \/> Unsere Runde endet mit der Frage, ob wir an Gott glauben. Eine schwierige Frage, die wir damit beantworten, dass wir nicht an eine Religion glauben, sondern falls es einen Gott gibt, man ihn immer und &uuml;berall finden kann, egal welcher Religion man angeh&ouml;rt. &bdquo;Yes, god lives in your heard!&ldquo;, bekommen wir als Antwort und mit dem hier gebr&auml;uchlichen Gottesdank, bei dem die H&auml;nde empfangend ge&ouml;ffnet und anschlie&szlig;end nach unten &uuml;ber das Gesicht gestreift werden, stehen wir auf und machen uns auf den Heimweg. <\/p>\n<p> Dort angekommen, m&ouml;chte Faridas Onkel, dass wir in seinem Haus schlafen. Erst nach einer kleinen F&uuml;hrung durch unsere luxuri&ouml;se 8qm-Wohnung k&ouml;nnen wir ihn &uuml;berzeugen, dass wir alles haben was wir ben&ouml;tigen. F&uuml;r den n&auml;chsten Tag hat er ein Auto organisiert. Farida soll uns die Stadt Bukhara zeigen. <br \/> <a href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/usbek_bukhara_musicshop.jpg\" rel=\"227\" title=\"Unz&auml;hlige Souveniershops laden in nette Atmosp&auml;re zum Kauf ein.\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignright size-full wp-image-751\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/thumb_usbek_bukhara_musicshop.jpg\" alt=\"usbek_bukhara_musicshop.jpg\" style=\"margin: 5px 10px; float: right\" title=\"usbek_bukhara_musicshop.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a>Zusammen mit Faridas Freundin Omad streifen wir durch die Stra&szlig;en Bukharas. Eine wundersch&ouml;ne Stadt und verk&ouml;rperte f&uuml;r uns den Orient schlechthin. Wie in Eintausend-und-Eine-Nacht reihen sich die historischen Geb&auml;ude der Altstadt aneinander, befinden sich Gesch&auml;fte in alten Gem&auml;uern, M&auml;rkte auf altert&uuml;mlichen Pl&auml;tzen. Riesige Teppiche h&auml;ngen an H&auml;userw&auml;nden zum Verkauf. Wir d&uuml;rfen einen Blick in ein traditionelles Hamam werfen. In den feucht-hei&szlig;en R&auml;umen beschl&auml;gt mir sofort das Kameraobjektiv. L&auml;nger wollen wir hier auch nicht bleiben, bei Au&szlig;entemperaturen von knapp 40&deg;C schwitzen wir schon genug.<br \/> Wir durchstreifen einige Souvenir-Shops und kaufen unsere ersten Andenken. Das hatten wir uns urspr&uuml;nglich verboten, da die Reisekasse so etwas nicht her gibt. Doch letztlich w&uuml;rden wir es sicher nach der Reise bereuen und wenn wir unsere neue Wohnung damit schm&uuml;cken, werden Erinnerungen wach. Also haben wir uns ein Gesamtbudget festgelegt, welches wir daf&uuml;r opfern d&uuml;rfen.  <\/p>\n<p> <a href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/usbek_bukhara_doll.jpg\" rel=\"227\" title=\"Und auch wir werden schwach, &auml;ndern die Regel, dass wir eigentlich nichts auf unserer Reise kaufen wollten.\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-753\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/thumb_usbek_bukhara_doll.jpg\" alt=\"usbek_bukhara_doll.jpg\" style=\"margin: 5px 10px; float: left\" title=\"usbek_bukhara_doll.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a>Der Hitze und Anstrengung scheinen wir am n&auml;chsten Tag Rechnung&nbsp; zu tragen: Uns ist &uuml;bel und wir haben unseren ersten Durchfall. Wir stehen noch immer auf der Aprikosenplantage. Dort verbringen wir den ganzen Tag im LKW und versuchen uns zu erholen, was bei 41&deg;C Innentemperatur schwer f&auml;llt. <br \/> Auch am Tag darauf geht es uns nicht besser und so entschlie&szlig;en wir uns zum ersten Mal auf unserer Reise ein Hotelzimmer mit Klimaanlage zu mieten. Der dortige (teure) Laundry Service kommt uns gerade recht und lassen einen gro&szlig;en Sack Klamotten waschen.<\/p>\n<p> Wir entscheiden uns am n&auml;chsten Tag weiter zu fahren. Es geht uns zwar nicht sonderlich gut, aber im Hotel rum zu h&auml;ngen, ist auch nicht das was wir uns w&uuml;nschen und au&szlig;erdem k&ouml;nnen wir uns die 35$ pro Tag auch gar nicht leisten.<br \/> Zur&uuml;ck auf der Strasse ist unsere leichte Erholung schnell dahin. Ununterbrochen starre ich auf die Fahrbahn, die mit Schlagl&ouml;chern und riesigen Bodenwellen &uuml;bers&auml;t ist. Zwar sehen wir durch unsere erh&ouml;hte Sitzposition etwas fr&uuml;her, wann wir ausweichen m&uuml;ssen, doch der Belag ist ein endloser Flickenteppich in vielen Graut&ouml;nen und macht es einem schwer Farbflecks von Bodenwelle zu unterscheiden. So rutscht mir zuweilen ein Kraftausdruck &uuml;ber die Lippen, wenn es im Fahrerhaus wiederholt ordentlich scheppert.<\/p>\n<p> <a href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/usbek_bukhara_painter.jpg\" rel=\"227\" title=\"Wir kaufen ein paar der typischen kleinen Bilder, die hier in feinster Handarbeit erstellt werden.\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignright size-full wp-image-755\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/thumb_usbek_bukhara_painter.jpg\" alt=\"usbek_bukhara_painter.jpg\" style=\"margin: 5px 10px; float: right\" title=\"usbek_bukhara_painter.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a>200 Kilometer sp&auml;ter k&ouml;nnen wir nicht mehr. Das st&auml;ndige Gehoppel bekommt unserem angeschlagenen Magen gar nicht gut. Meine Schmerzgrenze ist erreicht: &bdquo;Wenn wir jetzt eine Panne haben, steig ich aus und lauf zu Fu&szlig; weiter! Jetzt blo&szlig; nicht noch eine Panne!&ldquo;. Zwar sind meine &Auml;ngste unbegr&uuml;ndet, das Fahrzeug wackelt brav weiter vorw&auml;rts, doch allein der Gedanke &bdquo;Was-w&auml;re-wenn?&ldquo; sitzt mir im Nacken &ndash; f&uuml;r eine Reparatur h&auml;tte ich nun sicher keine Kraft und Nerven.<\/p>\n<p> &bdquo;Ich kann bekomm&#8216; auch &uuml;berhaupt nichts von der Landschaft mit. Ich glotz die ganze Zeit ununterbrochen auf die Stra&szlig;e!&ldquo;, jammere ich. &bdquo;Da gibt&rsquo;s auch nicht viel zu Sehen.&ldquo;, erwidert Esther. &ldquo;Die Felder und B&auml;ume sehen aus wie in Deutschland.&ldquo; Ein schwacher Trost.  <\/p>\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><a href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/usbek_bukhara_painter_street.jpg\" rel=\"227\" title=\"Zun&auml;chst kaufen wir zu teuer ein, doch auf der Strasse machen wir dann f&uuml;r weniger Geld den besseren Kauf.\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-757\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/thumb_usbek_bukhara_painter_street.jpg\" alt=\"usbek_bukhara_painter_street.jpg\" style=\"margin: 5px; float: left\" title=\"usbek_bukhara_painter_street.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><\/td>\n<td><a href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/usbek_bukhara_painting.jpg\" rel=\"227\" title=\"Handarbeit made in Usbekistan. Wenn man vor hat etwas zu kaufen, wird die Wahl zur Qual.\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-759\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/thumb_usbek_bukhara_painting.jpg\" alt=\"usbek_bukhara_painting.jpg\" style=\"margin: 5px; float: left\" title=\"usbek_bukhara_painting.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><a href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/usbek_bukhara_shrine.jpg\" rel=\"227\" title=\"Ein Schrein. Von wem wissen wir nicht - stand einfach so in einem Park in Bukhara.\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-761\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/thumb_usbek_bukhara_shrine.jpg\" alt=\"usbek_bukhara_shrine.jpg\" style=\"margin: 5px; float: left\" title=\"usbek_bukhara_shrine.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><\/td>\n<td><a href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/usbek_bukhara_streetview.jpg\" rel=\"227\" title=\"Ein Blick in eine Seitenstrasse Bukharas.\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-763\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/thumb_usbek_bukhara_streetview.jpg\" alt=\"usbek_bukhara_streetview.jpg\" style=\"margin: 5px; float: left\" title=\"usbek_bukhara_streetview.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> Wir brauchen wieder einen Platz zum n&auml;chtigen. Wieder stellt sich die Frage, ob wir einfach an der Hauptstra&szlig;e vor einem Restaurant parken. Doch wir wollen unsere Ruhe und versuchen wieder &bdquo;rechts abzubiegen&ldquo;, wie wir uns das in Deutschland so sch&ouml;n ausgemalt haben. Esther hat bereits bedenken, dass wir wirklich unsere Ruhe finden, da es bisher jedesmal so war, dass wir eingeladen wurden und wir nur mit M&uuml;he und Not uns von der Gastfreundschaft freischlagen konnten. Wir wollen einfach nur Schlafen. Doch die Gastfreundschaft wird hier ihren dramatischen H&ouml;hepunkt finden.<br \/> Wenig sp&auml;ter stehen wir in einem kleinen Dorf auf einem Platz. Wir haben die Erfahrung gemacht, einfach nur warten zu m&uuml;ssen, bis etwas passiert. Unsere Ankunft bleibt nat&uuml;rlich nicht unbemerkt und einige m&auml;nnliche Dorfbewohner versammeln sich um unser Auto. <\/p>\n<p> Ich steige aus und begr&uuml;&szlig;e einen der M&auml;nner. Etwa 10 M&auml;nner umringen mich und ich erkl&auml;re das wir Touristen sind und woher wir kommen. Zun&auml;chst glauben Sie, dass wir uns verfahren haben und fahren nach einer Karte um uns den Weg zu zeigen. <br \/> Nachdem ich versichern kann, dass wir &bdquo;absichtlich&ldquo; hier sind und einen Platz zum Schlafen suchen, werden wir um zwei H&auml;userecken geleitet und versuchen in eine Einfahrt eines Bauernhofs zu fahren. Doch die &Auml;ste eines gro&szlig;en Nussbaums verweigern uns die Einfahrt. Schnell ist die Axt zu Hand und nur durch Zur&uuml;ckfahren auf die Stra&szlig;e kann ich verhindern, dass unser bereits in den Baum gekletterter Gastgeber den Baum kleinhackt.<br \/> Wir sollen ins Haus kommen. Esther schaut mich ein wenig entnervt an: &bdquo;Eigentlich will ich nicht. Das dauert doch wieder so lange und wir wollten doch nur einen Platz zum Schlafen.&ldquo; Doch wir folgen unseren Gastgebern und nehmen im Garten platz. Fotoalben werde herausgekramt. Stolz werden Bilder von Berlin gezeigt, wo eines der Familienmitglieder wohnt und arbeitet. Mittlerweile hat sich auch ein englisch sprechender junger Mann eingefunden.<br \/> Sie fragen was zu Essen gekocht werden soll. Doch selbst die Erkl&auml;rung, dass es uns nicht gut geht und wir Ruhe brauchen, z&auml;hlt nicht. Ich f&uuml;hle, wie es mir immer schlechter geht. Auf der Fahrt schon zu wenig getrunken und durch den Durchfall bin ich nun halb ausgetrocknet. Nach Wasser zu fragen riskiere ich nicht, denn flie&szlig;endes Wasser gibt es nur aus dem Brunnen. Esther entzieht sich der Szenerie mit meinen gesprochenen Gedanken: &bdquo;Ich muss ins Auto, ich bin schon ganz ausgetrocknet!&ldquo;. Ich kann noch nicht fliehen, werde ins Haus geleitet. Brot und andere Dinge, werden aufgetischt. Ich erkl&auml;re erneut, dass ich nichts Essen kann, trinke lediglich einen Tee. <br \/> Ein Handy wird mir in die Hand gedr&uuml;ckt. Am anderen Ende der Leitung ist Berlin. Das Familienmitglied aus Deutschland ist meine Rettung, denke ich, doch nachdem ich alles erkl&auml;rt habe, bricht die Verbindung ab.<br \/> Erst kurz vorm Umkippen gelingt es mir, mich ebenfalls in unsere Wohnh&ouml;hle zu verkriechen.  <\/p>\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><a href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/usbek_bukhara_hotel_court.jpg\" rel=\"227\" title=\"Der Innenhof unseres ersten und vielleicht einzigen Hotels, in das wir einchecken.\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-765\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/thumb_usbek_bukhara_hotel_court.jpg\" alt=\"usbek_bukhara_hotel_court.jpg\" style=\"margin: 5px; float: left\" title=\"usbek_bukhara_hotel_court.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><\/td>\n<td><a href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/usbek_bukhara_hotel.jpg\" rel=\"227\" title=\"Eine Nacht bleiben wir im klimatisierten Zimmer und entfliehen den 40&deg;C im LKW.\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-767\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/thumb_usbek_bukhara_hotel.jpg\" alt=\"usbek_bukhara_hotel.jpg\" style=\"margin: 5px; float: left\" title=\"usbek_bukhara_hotel.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <a href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/usbek_bukhara_hotel_detail.jpg\" rel=\"227\" title=\"Doch nach einer Nacht fahren wir weiter. Leider etwas voreilig, da wir noch recht angeschlagen sind und es uns kurz darauf wieder schlechter geht.\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-769\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/thumb_usbek_bukhara_hotel_detail.jpg\" alt=\"usbek_bukhara_hotel_detail.jpg\" style=\"margin: 10px; float: left\" title=\"usbek_bukhara_hotel_detail.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a>Mir f&auml;llt es unheimlich schwer Gastfreundschaft abzulehnen. Ein zaghafter Versuch scheitert schnell mit der Erkl&auml;rung, dass wir keine Wahl h&auml;tten. Hierzulande w&auml;re es eine Pflicht sich gegen&uuml;ber Fremden gastfreundlich zu zeigen. Genauso kommt es uns allerdings manchmal vor: Als Pflicht.<\/p>\n<p> Ebenso hatten wir &ouml;fter das Gef&uuml;hl, dass Gastfreundschaft nicht immer der Hilfe wegen angeboten, sondern als willkommene M&ouml;glichkeit des Selbstzwecks genutzt wird, endlich mal was Neues zu Erleben und zu H&ouml;ren. Verst&auml;ndlich, doch wenn dabei die tats&auml;chlichen Bed&uuml;rfnisse vollkommen ignoriert werden, fragen wir uns, ob von Gastfreundschaft noch die Rede sein kann. <br \/> Insgesamt sind wir aber nat&uuml;rlich au&szlig;erordentlich froh, so viele nette Menschen auf unserer Reise zu finden &ndash; bei den Meisten kam die Hilfe von Herzen.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>13.06.2009 Gastfreundschaft Usbekistan, 90km vor Samarkand, Kilometer 9.437 &nbsp; Unsere ersten Tage in Usbekistan. Erfolglos suchen wir wieder nach idyllischen Stellpl&auml;tzen f&uuml;r die Nacht &#8211; wie wir es uns zu Hause so sch&ouml;n vorgestellt haben. 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