{"id":879,"date":"2009-07-05T00:00:00","date_gmt":"2009-07-05T00:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.project-asia.com\/index.php\/2009\/07\/05\/wenn-man-nicht-mehr-kuppeln-kann-ein-technischer-bericht\/"},"modified":"2020-03-27T07:20:41","modified_gmt":"2020-03-27T07:20:41","slug":"wenn-man-nicht-mehr-kuppeln-kann-ein-technischer-bericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/2009\/07\/05\/wenn-man-nicht-mehr-kuppeln-kann-ein-technischer-bericht\/","title":{"rendered":"Wenn man nicht mehr Kuppeln kann. Ein technischer Bericht"},"content":{"rendered":"<hr SIZE=\"2\" width=\"100%\" \/> <b><a target=\"_self\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/index.php\/2009\/07\/05\/wenn-man-nicht-mehr-kuppeln-kann-ein-technischer-bericht\/\" title=\"Zum Artikel: Wenn man nicht mehr kuppeln kann\" rel=\"noopener noreferrer\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\" alignright size-full wp-image-872\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/thumb_kirgistan_graveyard.jpg\" alt=\"Friedhof in Kirgistan\" height=\"200\" style=\"float: right; margin: 5px; border: 0px\" title=\"Zum Artikel: Wenn man nicht mehr kuppeln kann\" \/><\/a>05.07.2009<\/b><br \/> <span class=\"contentheading\">Wenn man nicht mehr Kuppeln kann. Ein technischer Bericht<\/span>  <\/p>\n<p> <i><br \/> Suusamyr-Valley, Hochebene auf 2000m, Kirgistan, Kilometer 11.208<br \/> <\/i><br \/> Wie einem &bdquo;kleine Optimierungen&ldquo; am LKW vor Reisebeginn noch Wochen nach dem Start verfolgen k&ouml;nnen&#8230;<br \/> Bei uns war es die Kupplung, sicher ein Sonderfall, da wir einen ehemaligen Fahrschul-LKW fahren. Dennoch, f&uuml;r uns ist es eine weitere Erfahrung der Kategorie &bdquo;Die werden sich schon etwas dabei gedacht haben, als sie das so einbauten.&ldquo;  <\/p>\n<p>  <!--more--> <\/p>\n<p> <b>05.07.2009 <\/b><i>&#8211; Suusamyr-Valley, Hochebene auf 2000m, Kirgistan, Kilometer 11.208<\/i><\/p>\n<p> <a rel=\"257\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/kirgistan_cafe_maeder_kitchen.jpg\" title=\"Ein Blick in die K&uuml;che von Cafe Meder. \" class=\"jcebox\"><img decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-874\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/thumb_kirgistan_cafe_maeder_kitchen.jpg\" alt=\"Cafe Meder K&uuml;che\" height=\"200\" style=\"float: left; margin: 5px 10px\" title=\"Cafe Meder K&uuml;che\" \/><\/a>Wir geben den Radlern aus Frankreich noch ein paar Infos &uuml;ber ihre bevorstehende Strecke, von der wir am Vortag kamen. Dann schwingen sie sich auf ihre S&auml;ttel und strampeln los. Wir schauen den Vier noch eine Weile nach. Im Schritttempo &uuml;berwinden sie den ersten H&uuml;gel und verschwinden.<br \/> Noch einmal denke ich, &bdquo;Respekt, Respekt!&ldquo;. Mit dem Rad w&auml;re mir eine Nummer zu Hardcore und ziehe den Starterknopf vom LKW. Sogleich melden sich unsere 170 Pferdchen zur Stelle, bereit ihren heutigen Dienst zu verrichten. Ich quittiere mit einem Grinsen.<br \/> Doch das Grinsen dauert nur einen kurzen Moment. Warum geht die gro&szlig;e rote Warnlampe nicht aus? Luftdruck ist ausreichen aufgebaut. Aha, der Bremsfl&uuml;ssigkeitsbeh&auml;lter ist fast leer. Blo&szlig; wo ist das Zeug hin? Aha, bei Esther an den F&uuml;&szlig;en! <\/p>\n<p> Jetzt muss ich etwas ausholen: Der LKW war ein ehemaliges Fahrschule-Feuerwehrauto und besitzt deshalb auf der Beifahrerseite zus&auml;tzlich ein Brems- und Kupplungspedal. Das nun ein Schlauch am Kupplungspedal abgesprungen ist hat eine l&auml;ngere Vorgeschichte, die schon zu Hause angefangen hat. Dort &uuml;berholte ich kurz vor Reisestart die Bremsanlage und tauschte auch die Bremsschl&auml;uche an den Ausgleichsbeh&auml;ltern. Die Leitung zum Kupplungspedal an der Beifahrerseite legte ich lahm, da ich zu faul war wieder ein T-St&uuml;ck einzusetzen. Brauchen wir ja nicht und eine Fehlerquelle weniger, dachte ich damals zumindest&#8230;<br \/> In Iran l&ouml;ste sich zum ersten Mal der Schlauch vom Beifahrer-Pedal. Zufall, dachte ich und stecke es einfach wieder drauf. <br \/> In Usbekistan rutscht der Schlauch erneut vom Pedal. Wieder Zufall? Auf jeden Fall schon wieder Sauerei im Fu&szlig;raum. Grrr! (Bremsfl&uuml;ssigkeit greift Lacke sehr stark an) Ich schau mir die ganzen Leitungen zum und vom Pedal an. So richtig zu helfen wei&szlig; ich mir dennoch nicht und stecke kurzerhand den Schlauch wieder drauf. Diesmal zus&auml;tzlich mit einem Kabelbinder fixiert. Soweit zur Vorgeschichte.  <\/p>\n<p> Jetzt, zwei Wochen sp&auml;ter, ist der Schlauch ein drittes Mal vom Pedal abgesprungen. F&uuml;r meinem Geschmack etwas zu oft f&uuml;r einen Zufall. Diesmal packe ich die Metalls&auml;ge aus und lege die Geber-Leitung vom Kupplungspedal blind, die auf ein Drei-Wege-Ventil f&uuml;hrt. Ein wenig rudiment&auml;r, diese L&ouml;sung, aber damit sollte das Problem erledigt sein.<br \/> Wir reinigen erneut den Fu&szlig;raum des Fahrerhauses und setzen unsere Fahrt fort.  <\/p>\n<p> <a rel=\"257\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/kirgistan_jurta.jpg\" title=\"Blick in die gro&szlig;e Jura von Cafe Meder.\" class=\"jcebox\"><img decoding=\"async\" class=\" alignright size-full wp-image-876\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/thumb_kirgistan_jurta.jpg\" alt=\"kirgistan_jurta.jpg\" height=\"200\" style=\"float: right; margin: 5px\" title=\"kirgistan_jurta.jpg\" \/><\/a>Wir erreichen die Stadt Toktogul. Wir schlendern ein wenig &uuml;ber den Markt und decken uns mit leckeren Tomaten ein. Anschlie&szlig;end steuern wir den 3.184m hohen Pass mit dem Namen Ala-Bel an. <br \/> Wir gr&uuml;beln, denn es ist bereits sp&auml;ter Nachmittag und dies ist unser erster Pass &uuml;ber 3.000m. Ich habe ein komisches Gef&uuml;hl. <br \/> Als wir ein nettes kirgisisches Restaurant direkt an einem wilden Bach entdecken, entschlie&szlig;en wir uns die Pass&uuml;berquerung morgen anzugehen.  <\/p>\n<p> Wir schlafen gut und der n&auml;chste Morgen begr&uuml;&szlig;t uns mit strahlenden Sonnenschein und einheimischem Fr&uuml;hst&uuml;ck: Tee, Joghurt und Brot &#8211; wof&uuml;r wir nicht einmal bezahlen m&uuml;ssen. Selbst als kurzer Gast in einem Restaurant, wird man schnell von der Gastfreundschaft des Landes eingeholt. Sp&auml;ter essen wir noch eine Suppe, doch unser Geld wird mehrfach vehement abgelehnt.  <\/p>\n<p> <\/p>\n<table align=\"center\" width=\"100%\" cellPadding=\"0\" cellSpacing=\"5\" style=\"width: 100%; background-color: #eff2f7; border: #ff6633 1px solid\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<table border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td vAlign=\"top\"><b><\/b><\/td>\n<td>Tipp:<br \/> \t\t\t\t\t\tCafe &bdquo;Meder&ldquo;, an der M41 Richtung Bishkek, ca. 5km nach Toktogul auf der linken Seite, etwas von der Stra&szlig;e zur&uuml;ckgesetzt.<br \/> \t\t\t\t\t\tEtwa 100m nach dem Cafe kommt ein Kontroll-Posten mit Schranke (dann ist man schon zu weit gefahren).<br \/> \t\t\t\t\t\tKoordinaten: N 41&deg; 56&#8242; 7.5&#8220;, O 72&deg; 53&#8242; 4.3&#8220; WGS84<br \/> \t\t\t\t\t\tEs werden einfache, landestypische Speisen gereicht. Man sitzt sehr gem&uuml;tlich in kleinen Pavilions auf einer Insel am angrenzenden Fluss. F&uuml;r gr&ouml;&szlig;ere Gruppen gibt es eine sch&ouml;ne Jurta. Keine Touristen, zumindest keine Ausl&auml;ndischen. <br \/> \t\t\t\t\t\tDer Parkplatz ist Nachts ruhig und am Tag spenden gro&szlig;e B&auml;ume Schatten.<br \/> \t\t\t\t\t\tDas Cafe ist gleichzeitig ein kleines Hotel und bietet zweckm&auml;&szlig;ige aber saubere und sehr g&uuml;nstige &Uuml;bernachtungsm&ouml;glichkeiten. Als wir dort waren, wurden gerade neue Toiletten gebaut. <\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/p>\n<p> <a rel=\"257\" href=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/kirgistan_driver_and_woman.jpg\" title=\"Ein kirgisisches P&auml;rchen wollte sich unbedingt mit uns fotografieren lassen - noch hab ich gut Lachen! Das war 5min bevor wir losfahren wollten...\" class=\"jcebox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" alignleft size-full wp-image-878\" width=\"300\" src=\"https:\/\/project-asia.com\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/thumb_kirgistan_driver_and_woman.jpg\" alt=\"kirgistan_driver_and_woman.jpg\" height=\"200\" style=\"float: left; margin: 5px 10px\" title=\"kirgistan_driver_and_woman.jpg\" \/><\/a>Berge, wir kommen! Ich starte den Motor, lege den ersten Gang ein und &hellip; hmmm. Die Kupplung ist ja noch schwerf&auml;lliger, als sie normal schon ist. Ich nehme den Gang wieder raus und versuche erneut die Kupplung zu treten. Fehlanzeige. Das Pedal ist hart wie Stein. Das gibt&rsquo;s doch nicht! <br \/> Zum Gl&uuml;ck hat das Cafe Meder zwei Zufahrten, denn wir stehen nun recht d&auml;mlich mitten auf dem Parkplatz und k&ouml;nnen weder vor noch zur&uuml;ck. Erneut inspizieren wir die gesamte Kupplungsanlage. Aus dem 3-Wege-Ventil schaut nur noch das gestern abges&auml;gte und gut verschlossener Leitungsst&uuml;ck. Wie kann das ein Problem sein? <br \/> Nach l&auml;ngerem Gr&uuml;beln und Herumdoktorn kommen wir dahinter, dass das Ventil wie ein R&uuml;ckschlagventil wirkt und durch Treten der Kupplung baut sich im abges&auml;gten Stummelst&uuml;ck immer mehr Druck auf, der irgendwann dazu f&uuml;hrt, dass das 3-Wege-Ventil nur noch in Richtung des Stummels offen ist und man beim Kuppeln gegen ein geschlossenes Ventil tritt. Das war auch der Grund warum der Schlauch mehrmals absprang, da sich immer mehr Druck in der Leitung zum Beifahrerpedal aufbaute.<br \/> Jetzt ist mir alles klar, jetzt wei&szlig; ich wie das alles funktioniert. H&auml;tte ich das T-St&uuml;ck zu Hause wieder eingebaut, w&auml;re es zu all dem nicht gekommen. Doch die Erkenntnis hilft mir jetzt nichts, au&szlig;er dass ich nun das machen muss, was ich von Anfang an h&auml;tte tun sollen: Wirklich alles ausbauen, was mit der zweiten Kupplungsanlage zu tun hat. Also entfernen wir das 3-Wege-Ventil, was nicht so einfach ist, da wir daf&uuml;r die Bremsfl&uuml;ssigkeit umf&uuml;llen m&uuml;ssen und das Ventil sitzt ziemlich unzug&auml;nglich unter dem Auto. Doch nach etwa drei Stunden ist das Ventil ausgebaut, alle Leitungen wieder angeschlossen, Bremsfl&uuml;ssigkeit aufgef&uuml;llt und die Leitung zum Kupplungsgeber entl&uuml;ftet. Endlich kann es weitergehen!  <\/p>\n<p> Zun&auml;chst z&ouml;gerlich, ob nun alles wirklich funktioniert, fahren wir weiter. Tats&auml;chlich ist das Problem damit beseitigt und wird uns auf der Reise nicht mehr bel&auml;stigen.  <\/p>\n<p> F&uuml;r den Schreck am Morgen, werden wir mit einer wundersch&ouml;nen Pass&uuml;berquerung belohnt. Bereits die Auffahrt ist grandios sch&ouml;n. Die Berge links und rechts von uns sind dicht mit Tannen geschm&uuml;ckt. Gebirgsb&auml;che bahnen sich weiss-sch&auml;umend den weg ins Tal. Oberhalb der Baumgrenze weichen den B&auml;umen saftige Wiesen. Dort weiden die Pferde, Ziegen und Schafe der Nomaden, die sich hier zahlreich niedergelassen haben. <br \/> Auf der Passh&ouml;he bl&auml;st ein k&uuml;hler Wind. Etwas entfernt entdecken wir einige Schneefelder.  <\/p>\n<p> Von hier geht es ins Suusamyr-Vallay, eine Hochebene auf 2.000m. Dort wollen wir Kalibek besuchen. Ein Gleitschirmflieger, der sich hier eine Existenz mit Outdoor Aktivit&auml;ten aufgebaut hat. <br \/> Doch so leicht finden wir sein Base-Camp nicht und mit dem Gleitschirmfliegen mache ich es mir ebenfalls nicht leicht. Aber das eine weitere Geschichte&#8230; <\/p>\n<p> (Leider keine Fotos von der Schraub-\/Bastel-Aktion)  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>05.07.2009 Wenn man nicht mehr Kuppeln kann. 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